Wer kennt den Werbeslogan aus 1984 für das Spülmittel nicht? Aber Pril ist bei weitem nicht das einzige Produkt des deutschen Konsumgüterherstellers Henkel: Persil, Weißer Riese, Somat, Schauma, Schwarzkopf, Pritt und Pattex, um nur die bekanntesten zu nennen. Wir betrachten Henkel seit vielen Jahren als krisenresistentes Langfristinvestment. Schauen Sie mal in unsere Datenbank.

Die Gesellschaft stellte ihre Qualität im vergangenen Jahr unter Beweis. Trotz spürbarer Belastungen im Industriegeschäft sowie in der Profi-Beauty-Sparte (Friseurfachhandel) präsentierte der Mischkonzern eine robuste Entwicklung. Das derzeit wieder florierende Industriegeschäft, das zu großen Teilen an der Autoindustrie hängt, trägt eindeutig zyklische Merkmale. Daher erlitt diese Sparte im vergangenen Jahr die signifikantesten Verluste. 

Der Umsatz verringerte sich absolut lediglich um 4,3 %, organisch generierte Henkel nur ein Minus von 0,7 %. Mit einer bereinigten EBIT-Marge von 13,4 % blieb das Unternehmen profitabel. Für das Geschäftsjahr 2021 wird ein organisches Wachstum zwischen 2 und 5 % angepeilt.

Zu dem guten organischen Wachstum trugen alle Geschäftsbereiche –  Laundry & Home Care (Wasch-/Reinigungsmittel), Beauty Care (Schönheitspflege) und Adhesive Technologies (Klebstoffe) – bei. Das organische Wachstum von 13,0 % im Bereich Adhesive Technologies Sticht hervor. Im Konsumgütersegment Laundry & Home Care ging es 4,1 % nach oben und in der zuletzt angeschlagenen Sparte Beauty-Care immerhin 2,3 %.

Der DAX-Konzern will 2021 den Umsatz organisch um 4 bis 6 (anstatt 2 bis 5) % steigern, den Anstieg beim bereinigten Gewinn je Vorzugsaktie sieht Henkel im hohen einstelligen bis mittleren Zehnprozentbereich (anstatt bei 5 bis 15 %). 2020 verzeichnete das Unternehmen in diesem Punkt Rückgänge. Die bereinigte EBIT-Marge soll sich auf zwischen 14,0 und 15,0 (anstatt 13,5 und 14,5) % verbessern, verglichen mit 13,4 % im Vorjahr.

Wenn es in den kommenden Quartalen so weiter geht, sollte Henkel keine Mühe haben die neu gesteckten Ziele zu erreichen. Ganz besonders erfreulich ist die starke Erholung im Industriesegment Adhesive Technologies. Dort ging es beim Umsatz nominal 6,7 und organisch 13,0 % nach oben. Interessantes Potenzial sehen wir zudem unter anderem im 3D-Druck-Geschäft. Dem entspricht auch die Erwartungen im Hinblick auf die Entwicklung des KGVs.

Anfang Mai 2021 präsentierte Henkel das Zahlenwerk für das 1. Quartal des Jahres. Es wurde ein Gewinn je Aktie von 1,25 EUR gemeldet. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern ein EPS von 1,29 EUR je Aktie berichtet. Der Umsatz wurde auf 4,97 Mrd. EUR beziffert, im Vergleich zum Vorjahresquartal, in dem 4,93 Mrd. EUR umgesetzt worden waren. Die Erwartungen der Analysten für das abgelaufene Quartal lagen bei einem Gewinn von 1,25 EUR je Aktie. Beim Umsatz hatten die Experten mit 4,87 Mrd. EUR gerechnet.

Die Umsatzentwicklung von Henkel kann durchaus als robust bezeichnet werden.

Welches Potenzial bietet die Henkel-Aktie?

Langfristige Perspektiven bieten sich dem Unternehmen durch das Industriegeschäft. Wir halten die relativ ausgeglichene Kombination aus Industrie- und Konsumgütergeschäft für sehr intelligent. Bei der Produktion von Waschmittel, Spülmaschinentabs und Haushaltsreinigern werden diverse Stoffe verwendet, deren Eigenschaften auch für Anwendungsbereiche in der Industrie verwendet werden können und umgekehrt. Warum sollte Henkel sein Know-how nicht in beiden Bereichen anwenden?

Die Klebstoffsparte Adhesive Technologies steht mit Erlösen in Höhe von 2,4 Mrd. EUR im 1. Quartal steht für 47 % des Konzernumsatzes. Besonders gut lief das Geschäft mit Kunden aus der Automobil- oder Elektroniksparte. Aber auch im Baugewerbe und von Unternehmen der Verpackungsindustrie zog die Nachfrage wieder deutlich an. Neben Klebstoffen bietet Henkel unter anderem auch 3D-Druck-Materialien an und gilt hier als einer der führenden Lieferanten. Noch sind additive Fertigungsverfahren nicht reif für flächendeckende Serienproduktionen. Dies halten wir aber nur für eine Frage der Zeit. Wenn es soweit ist, wird die Nachfrage nach den Druck- Granulaten von Henkel stark anziehen. Für den Konzern bieten sich in diesem Bereich interessante Wachstumschancen.

Henkel ist eines der größten Unternehmen der deutschen Konsumgüterindustrie. Die Henkel Vorzugsaktie wird seit 1985, die Henkel Stammaktie seit 1996 an den deutschen Wertpapierbörsen gehandelt. Anleger der Henkel-Vorzugsaktie konnten seit der Emission im Jahr 1985 bis Ende 2020 bei Wiederanlage der Dividenden (ohne Steuerabzug) eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10,4 % erzielen. Die Pandemie hat auch Henkel vor allem durch Umsatzrückgänge im industriellen Geschäft zugesetzt. Doch das scheint nun ausgestanden. Wie sollten Sie als Privatinvestor im Hinblick auf die Henkel-Aktie zum jetzigen Zeitpunkt agieren? Sollten Sie erst mal Vorsicht walten lassen? Oder gar verkaufen? Möglicherweise bietet die aktuelle Situation auch eine Gelegenheit um am Nachholbedarf des Marktes zu partizipieren. Das könnte der Startschuss für den Ausbau oder Aufbau einer (neuen) Position sein. In jedem Fall sollten Sie die aktuelle Situation korrekt einschätzen. Nur dann verpassen Sie den Zeitpunkt für die richtige Entscheidung nicht. Unsere Datenbank liefert Ihnen alle Informationen, die Ihnen dabei hilft. Unser Werkzeugkasten unterstützt Sie dabei, Ihrer Anlagestrategie den letzten Schliff zu geben. Und auf diese Weise an der Börse die Nase vorn zu haben.

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Prof. Dr. Max Otte

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