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Noch immer ist die Aktienquote der Deutschen im internationalen Vergleich recht niedrig. Der Großteil der Deutschen näht sein Erspartes überspitzt gesagt immer noch in die Matratze ein. Anders jedenfalls kann man das klassische Sparen heute kaum noch bezeichnen. 

Der Aderlass für die Geldanleger ist schon jetzt gigantisch, denn die meisten Guthaben auf Festgeldkonten oder Sparbüchern bringen keine Zinsen mehr. Im Gegenteil: sie kosten Geld. Weil auf Sparbücher bisher keine Negativzinsen erhoben werden dürfen, führte manche clevere Bank einfach “Verwahrentgelte” darauf ein – siehe Commerzbank und Targobank. Andere Bankhäuser erwägen, das Sparbuch ganz abzuschaffen… 

So oder so, man wird fürs Sparen sukzessive bestraft. Oder anderes ausgedruckt: Die Deutschen sparen sich arm. Steigende Verbraucherpreise befeuern die schleichende Enteignung zusätzlich. 

 

Riesigen Sparvolumina droht die schleichende Entwertung 

Die harte Diagnose: Wir Deutschen sparen zu viel und investieren zu wenig. Wir kaufen zu wenig Produktivvermögen – ob Aktien, Immobilien oder Rohstoffe. Offenbar glauben wir Deutschen immer noch, auf den Konten sei das Geld “sicher”. Wie sonst lässt sich erklären, dass die Sparguthaben in Deutschland so hoch sind wie nie zuvor? Sie nähern sich allmählich der Marke von 7 Mrd. EUR.  
 
Dabei sind es nicht nur die fehlenden Zinserträge, die uns Sorgen bereiten sollten. Auch die Enteignung via Inflation beschleunigt sich durch expansive Geldpolitik und Keynesianische Fiskalpolitik maßgeblich. Die damit verbundenen Staatsausgaben (Helikoptergeld, Beihilfen, etc.) erhöhen sich mehr und mehr. 
 
Auch die Schuldenkrise nimmt immer grö
ßere Dimensionen an – und das auf globaler Ebene. Damit einhergehen zunehmend repressive Strategien der Regierungen. Der wachsende Schuldenberg kann schließlich nicht einfach “weggezaubert” werden. Mit dem Programm zur Pandemie-Bekämpfung (PEPP) unternahm die EZB einen weiteren großen Schritt in diese Richtung.  

 

 

 

Abschmelzen der Staatsschulden durch “gewollte” Inflation

Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert “Finanzielle Repression” folgendermaßen: 

Der Begriff der ‚finanziellen Repression‘‚ steht für einen
schleichenden Ersparnisverlust durch negative Realzinsen. Der Nominalzins liegt
in einem solchen Fall also unter der Inflationsrate. Oder anders formuliert:
Das nominale BIP-Wachstum ist höher als der Nominalzins, sodass die Regierung
sozusagen ohne Anstrengung aus den Schulden ‚herauswächst‘.“

Finanzielle Repression bezeichnet also eine staatliche Einflussnahme, die durch die Zentralbanken mittels Niedrig- oder Negativzinsen auf den Finanzmärkten dazu führt, dass Sparer oder Geldanleger einen schleichenden Verlust zugunsten des Staates erleiden. Während Staatshaushalte in Ländern mit hoher öffentlicher (Neu)Verschuldung davon profitieren, schwinden für Sparer und Anleger die staatlichen Angebote, um ihr Kapital rentabel anzulegen. 

Egal ob Schuldenabbau über Finanzielle Repression oder Vermögenstransfers (z.B. Schuldenstreichungen): wir reden über eine “gemanagte Lösung” der Schuldenkrise. Niemand will einen Crash. Deshalb unternehmen die Regierungen alles, um dies zu verhindern. Ein planmäßiger Schuldenabbau geht dabei für einige mit Verlusten einher. Allen Varianten ist eines gemein: der Sparer ist am Ende der Dumme. 

 

Inflationsschub: in Deutschland schon die 2, in den USA die 5 vor dem Komma!

Die USA verzeichnen derzeit eine Preissteigerung von rund 5 %. In Deutschland liegt die Inflationsrate mittlerweile immerhin schon bei der Hälfte davon. In Verbindung mit den niedrigen Zinsen führt die aktuelle Inflation zu historisch niedrigen bis negativen Realzinsen für Sparer. Laut aktuellen Berechnungen der Deutschen Bundesbank und des Statistischen Bundesamts betrug die reale Rendite auf Sichteinlagen im Mai -2,4 %. Sie lesen richtig. Mit dem Minuszeichen haben wir uns nicht vertan. 

Schaut wir uns die momentane Inflationsdynamik  in den USA an, liegt die Vermutung nahe, dass auch in der Eurozone das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Wir rechnen damit, dass die Inflationsraten auch bei uns in Bereiche mit einer drei oder vier vor dem Komma kommen können. Für Sparer, die ihr Vermögen in Sparbüchern oder anderen Sichteinlagen liegen haben, würde dies eine kalte Enteignung historischen Ausmaßes bedeuten. 

 

 

Wie können wir uns vor kalter Enteignung schützen?

Sind Aktien auch heute noch ein guter Schutz gegen Enteignung – trotz derzeitiger “Allzeithochs” und einem DAX-Stand bei über 15.000 Punkten? Die Antwort: Ja. 

 

Die Geldentwertung schreitet voran. Immer wenn es in der Vergangenheit dazu kam, wurde nie im Anschluss daran wieder aufgewertet. Während Geldvermögen sich durch Entwertung in Luft auflöst, bleibt Ihnen bei Aktien weiterhin die Beteiligung an Produktivvermögen. Das Unternehmen existiert weiterhin und es produziert Güter oder bietet Dienstleistungen an. Der derzeitige Run an den  Börsen zeigt nur, wie sehr viele Anleger bereits das Vertrauen in Geldvermögen verloren haben. Sie flüchten sich deshalb in Sachanlagen. 

Sachwerte – allen voran Aktien von Unternehmen mit krisenresistentem Geschäftsmodell und guten Zukunftsperspektiven – sind mehr denn je gefragt. Die richtige Titelauswahl hilft Ihnen nicht nur, Ihr Vermögen nachhaltig zu schützen, sie können es auch weiterentwickeln. 

Mit den Strukturen der New Economy und der Plattformwirtschaft entwickelten sich viele neue Geschäftsmodelle mit schnell wachsenden Cashflows.  Digitalisierungsgewinner (IT/Software, E-Commerce etc.) genau wie die klassischen Inflationsgewinner (Energieversorger, Verbrauchsgüter etc.) können erfolgsversprechende Wertträger in Ihrem Depot sein. 


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Ihr Prof. Dr. Max Otte

Gehören Sie auch zu denjenigen, die zu Beginn der Pandemie im Supermarkt vergeblich nach Toilettenpapier Ausschau gehalten haben? Produkte dieser Art sind im täglichen Leben beinahe unentbehrlich. Doch ausgerechnet sie waren im Frühjahr 2020 wochenlang Mangelware. Dadurch wissen wir heute, wie es ist, wenn sie fehlen. Und da kommt Essity ins Spiel. 

Der schwedische Konzern Essity ist einer der weltweit führenden Hersteller von Haushalts- und Hygienepapieren. Zudem wird die Produktpallette Schritt für Schritt in andere Bereiche des Gesundheitsmarktes ausgeweitet. Wenn Ihnen der Unternehmensname vielleicht bisher nicht viel sagte, viele Marken dürften Sie gut kennen: TENA, TORK, Leukoplast, Lotus, Tempo und Zewa sind nur einige davon. 

Außer Toilettenpapier, Küchenrollen, Taschentüchern und Servietten hat Essity auch Babywindeln, Inkontinenzprodukte und Wundversorgungsprodukte im Portfolio. Das Unternehmen ist auf dem einem guten Weg, zu einem umfassenden Gesundheitsunternehmen zu werden. Das Management selbst hat sich dieses Ziel gesteckt. Deshalb kam es in den letzten Jahren auch zu der einen oder anderen Übernahme. 

 

Stark auch im B2B-Geschäft

Die Kunden von Essity sind nicht nur Endverbraucher.  Auch im B2B-Bereich ist die Position stark. Zu den Kunden in diesem Sektor zählen Öffentliche Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Reinigungsfirmen ebenso wie Unternehmen jedweder Branche. Sanitäre Anlegen gibt es schließlich überall. 

Seinen Geschäftskunden bietet Essity nicht nur die passenden Verbrauchsmaterialien, Papierspender und Desinfektionsspray-Spender an, die allesamt unter der globalen Marke TORK vermarktet werden. Auch passende Software, zum Beispiel für das Facility Management sanitärer Anlagen hat das Unternehmen im Gepäck. 

 

 

 

Langweilig? Ganz im Gegenteil

Viele Anleger halten den Konsumgütersektor für wenig spannend. Ihnen gibt es dort zu wenig Wachstum. Dafür haben Unternehmen wie Essity den Vorteil, beinahe jederzeit sehr verlässliche Renditen zu liefern – und ihr Geschäft ist krisenresistent, da die Produkte immer ge- und verbraucht werden. Das ist auch der Grund, warum ausgewiesene Börsengurus und Value Investoren sehr gerne entsprechende Aktien im Depot halten. Fragen Sie doch mal Warren Buffett. Das “Orakel von Omaha” hat zwar nicht Essity, dafür aber andere sehr bekannte Konsumgütergiganten im Portfolio. 

Langweilig finden wir Essity ganz und gar nicht. Aus unserer Sicht ist das Geschäftsmodell sogar ausgesprochen interessant. Erstens hat sich während des ersten Lockdowns in Europa gezeigt, wie wichtig die Produkte des Unternehmens sind. Zweitens hat Essity noch viel mehr zu bieten. Tatsächlich deckt das Geschäft alle drei Themenschwerpunkte ab, die wir aktuell präferieren: Grundbedarf, Gesundheit und Digitalisierung. 

 

Haushaltspapiere und Digitalisierung?

Was kann ein Hersteller von Haushaltspapieren schon mit Digitalisierung am Hut haben? Tatsächlich eine Menge. Dass das Unternehmen u.a. auch Softwarelösungen für Facility Management im Angebot hat, haben wir schon im vorletzten Abschnitt kurz erwähnt. Für Senioren- und Pflegeeinrichtungen hält der Konzern noch weitere Software parat um Materialbestellung und verbrauch aber auch Personalzeiten zu optimieren. 

Eine Produktinnovation ist in diesem Zusammenhang auch TENA Identifi. Hierzu gehört u.a. Inkontinenzunterwäsche, die mit speziellen Sensoren ausgestattet ist. Bei Bewohnern in Senioren- und Pflegeeinrichtungen, die diese mehrere Wochen tragen, kann das Toilettenverhalten aufgezeichnet und analysiert werden. Per WLAN werden die Daten direkt an die zugehörige Software am Computer übertragen. Die Einrichtungen können im Anschluss die Visite-Zeiten des Pflegepersonals auf die Gewohnheiten der Bewohner und Patienten abstimmen. 

 

 

Wachstumsmarkt: Inkontinenzsparte

Die eben genannten Beispiele verdeutlichen: das größte Wachstumspotenzial für Essity dürfte im Inkontinenzmarkt liegen. Bei Senioren ist der körperliche Makel Blasenschwäche nicht nur weit verbreitet sondern auch sehr belastend. Infolge der zunehmenden Überalterung der Weltbevölkerung steigt die Zahl der Betroffenen immer weiter. Und nicht nur ältere Menschen müssen darunter leiden. Krankheiten, Unfälle oder Operationen können dies auch bei jungen Menschen verursachen. 


Mit der Marke TENA, unter der Essity sowohl klassische Inkontinenzprodukte (Einlagen, Bettlaken etc.) als auch Software-Lösungen für Pflegereinrichtungen vermarktet, ist das Unternehmen die Nummer 1 der Branche. 

Das Endkonsumentengeschäft über den Einzelhandel und Online-Shops (beispielsweise auf den Angebotsseiten der Zur Rose Gruppe) macht dabei nur einen kleinen Anteil am Umsatz aus.  Essity vernachlässigt diese wichtigen Absatzkanäle keinesfalls,  konzentriert sich  aber in diesem Bereich vor allem auf den Ausbau des B2B-Geschäfts. Diesen stellt Essity mitunter die Software TENA SmartCare zur Verfügung. 

 

 

Novioscan – eine perfekte Ergänzung

2020 übernahm Essity für 70 Mio. SEK das niederländische Start-up Novioscan. Novioscan hat ein tragbares Ultraschallgerät entwickelt, das fortlaufend die Harnblase überwacht. Patienten mit Blasenschwäche werden über per Smartphone rechtzeitig informiert, noch lange bevor sie selbst merken, dass ein Gang zur Toilette angebracht ist. 

Noch ist das Produkt etwas unhandlich. Allerdings ist in diesem Bereich die Entwicklung auch noch nicht am Ende. Irgendwann wird es wahrscheinlich nur noch ein kleiner “Chip” sein, der problemlos und fast unsichtbar unter der Kleidung getragen werden kann. Schon jetzt wird damit die Lebensqualität Betroffener deutlich angehoben. 

 

 

Erfreuliche Zahlen zum ersten Halbjahr

Mitte Juli 2021 präsentierte Essity die Geschäftsergebnisse zum ersten Halbjahr. Während es im ersten Quartal noch nach unten ging, kam das organische Wachstum im zweiten Quartal mit aller Wucht zurück. 9,5 % stieg der organische Umsatz gegenüber dem Vorjahr. 

Dass es gegenüber 2020 eine Erholung geben würde, damit haben wir gerechnet. Um so erfreulicher ist aber, dass auch der Umsatz aus dem Jahr 2019 übertroffen werden konnte. Ein Ausbau der Marktanteile konnte bei über 60 % der Marken erreicht werden. Die Umsätze über den Online-Handel stiegen um 13,7 %. E-Commerce macht nun 14 % der Konzernerlöse aus.

 

Regelmäßige Dividendensteigerungen sind zu erwarten

Im März 2021 gab erst das vierte Jahr in Folge eine Dividende. Dies hängt jedoch mit der kurzen Historie von Essity als eigenständiges Unternehmen zusammen. Bis zur Abspaltung im Jahr 2017 gehörte Essity nämlich zum schwedischen Papierkonzern Svenska Cellulose. Den Vorläufer von Essity gibt es schon Jahrzehnte. 

Die Konzernspitze betonte letzten Herbst, dass man künftig auf eine jährliche Dividende und eine stetige Steigerung selbiger großen Wert lege. Gesagt getan. Zwar wurde die  Dividende letztes Jahr zeitlich etwas nach hinten verschoben  (statt Ende März/Anfang April gab es diese erst im Oktober), dafür konnten sich Anleger über eine Anhebung um  8,7 %  -von 5,75 auf 6,25 SEK je Anteilsschein – freuen. 

Am 26. März 2021 folgte dann gleich die nächste Steigerung. So gab es diesmal 6,75 SEK je Aktie. Dies entspricht erneut einer Anhebung um rund 8%. Zum jetzigen Kurs entspricht dies einer Dividendenrendite von 2,4 %.


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Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Kerstin2

Für Unternehmen und Selbstständige – egal in welcher Branche und egal welche Firmengröße – ist ein guter Webauftritt heutzutage unverzichtbar. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weiterhin Treiber der Digitalisierung. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen, die bisher keinen oder eher einen verbesserungswürdigen Internetauftritt besaßen, wurden sich der Relevanz einer guten, repräsentativen und auch funktionellen Homepage bewusst. Viele Betreiber stationärer Geschäfte mussten aufgrund der Zwangsschließungen an Onlineshops arbeiten.

Nicht jeder hat dabei die Mittel, dafür eine teure Profiagentur zu beauftragen. Genau hier setzen sogenannte Baukastensysteme an. Sie ermöglichen jedem Kunden, mit wenig Zeitaufwand seine eigene Homepage zu erstellen, egal welche Vorkenntnisse er mitbringt oder eben auch nicht. Der Kunde wird Schritt für Schritt durch die Anwendung geführt, die in der Folge auf Basis seiner Angaben mehr oder weniger automatisch eine Homepage erstellt. Für Anwender mit kleinerem Budget ist dies eine geniale Lösung. Zielgruppe sind in der Regel kleine und mittlere Gewerbetreibende, Vereine, Non-Profit-Organisationen sowie Privatpersonen. Der Vorteil für Anbieter derartiger Lösungen: Der potenzielle Kundenkreis ist enorm groß.

 

Unter zahllosen Website-Baukästen sticht einer heraus

Ein Anbieter von nutzerfreundlichen Baukastenlösungen für Webseiten, der von der aktuellen Entwicklung profitiert, ist Wix. Das Unternehmen bietet Kunden intuitive Lösungen an, um mit wenig Zeit- und Kostenaufwand und ohne große Vorkenntnisse eine eigene Webseite zu erstellen. Gleichzeitig stellt Wix auch die dafür notwendigen Hosting-Dienste zur Verfügung. Wer sich mit dem Thema Baukastenlösungen für Webseiten schon ein wenig beschäftigt hat, weiß, dass sich in diesem Segment etliche Anbieter tummeln. Für die anvisierte Zielgruppe ist Wix aber aus einem bestimmten Grund ein sehr attraktiver Anbieter, der sich auch von Wettbewerbern unterscheidet: Das System von Wix hat direkt auch praktische Webshop-Lösungen integriert.

Das Thema E-Commerce ist heute wichtiger denn je. Nicht erst seit, aber definitiv verstärkt durch Corona: Ein eigener Webshop gehört mittlerweile für die meisten Unternehmen einfach dazu. Auch hier bietet Wix eine Art Baukastensystem, das kaum Vorkenntnisse erfordert. Je nach Branche, in der der Kunde aktiv ist, bietet Wix schon darauf abgestimmte vorgefertigte Shop-Lösungen, die nur noch in die Webseite integriert werden müssen. Auch diese sind intuitiv und für „Laien“ leicht bedienbar. Kunden mit wenig Vorkenntnissen und/oder kleinerem Budget können bei Wix alles, was sie für einen erfolgreichen Webauftritt benötigen unter einem Dach vereinen. Damit nagt Wix auch am Geschäftsmodell klassischer Webshop-Anbieter wie Shopify.

Von Anfänger bis Profi – wie individuell soll es sein?

Im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern klassischer Baukastenlösungen überzeugt Wix mit verschiedenen Optionspfaden hinsichtlich unterschiedlicher Ansprüche und Fähigkeiten auf Kundenseite. So bietet das Unternehmen auch spezifische Lösungen für Kunden mit mehr Kenntnissen. Wer über die entsprechenden Fähigkeiten verfügt, kann seine Webseite vollständig eigenständig und sogar mit eigener Codierung aufbauen. Hierzu hat Wix ein Baukastensystem errichtet, das auf drei Stufen basiert:

Die erste Stufe ist ein umfangreicher Homepagebaukasten, der inzwischen eigene Homepages auf Basis von Kundenangaben vorfertigt. Die zweite Stufe ist ein erweiterter Editor, der dem Kunden mehr Möglichkeiten zur individuellen Anpassung ermöglicht. Die dritte Stufe ist das Tool Corvid, das freie Programmiermöglichkeiten bietet.

Freemium-Modell zum transparenten Einstieg

Wie in der Softwarewelt weit verbreitet, baut das Erfolgsmodell von Wix zunächst auf einem Freemium-Modell (kostenlose Nutzerkonten) auf, an das dann aber sehr gekonnt ein kostenpflichtiges Abomodell anschließt. Bei Wix dient das kostenlose Nutzerkonto zudem nur als Einstieg. Es gibt dem Kunden die Möglichkeit, die Plattform kennenzulernen und sich mit dem Baukastensystem zur Erstellung von Webseiten in aller Ruhe vertraut zu machen. Mit dem kostenlosen Nutzerkonto kann quasi die komplette Webseite erstellt werden. Um sie aber anschließend online zu stellen, ist ein Abonnement erforderlich. Nur durch dieses kann die Webseite mit einer Domain verknüpft und künftig verwaltet werden.

Jeder, der also die Dienste von Wix ernsthaft nutzen will, kommt nicht um ein kostenpflichtiges Abo herum. Die Domain und das Hosting selbst kann theoretisch auch von einem anderen Anbieter abgewickelt werden, sodass nur die Verwaltung der Inhalte über Wix läuft. Bei Kunden, die zuvor noch keine Domain angemeldet haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie auch die Hosting-Dienste von Wix in Anspruch nehmen – schließlich wird dann alles unter einem Dach verwaltet und Bequemlichkeit siegt oft.

2021 und die Zahlen stimmen

Mitte Mai stellte das Unternehmen die Zahlen für das erste Quartal 2021 vor. Auch wenn die Ergebnisse hinter den hohen Erwartungen des Marktes zurückgeblieben sind, konnte Wix mit starkem Wachstum glänzen: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um satte 41 % auf 304 Mio. USD. Die Bruttomarge lag über die Segmente im Durchschnitt bei stattlichen 63 %. Ebenso stieg die Anzahl der aktiven Abonnenten (Subscribers). Unterm Strich stand allerdings in diesem Quartal auch ein Verlust von 2,16 USD je Aktie. Wix bleibt damit im Ergebnis defizitär.

Insbesondere die Ausgaben für Marketing und Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung belasten das Endergebnis. Hier liegen die Wachstumstreiber von Wix und es ist wichtig anzumerken, dass die Ausgaben im Verhältnis zum Umsatz stabil bleiben und nicht steigen. Die hohen Aufwendungen für Marketing sind direkt an der Anzahl an registrierten Nutzern ablesbar. Mehr als 200 Millionen Nutzer in 190 Ländern kann Wix inzwischen verzeichnen. Im Durchschnitt der letzten vier Quartale kamen jeden Monat mehr als 2,5 Millionen neue Nutzer hinzu. Und die Nutzer zahlen auch gut.

Mehr als nur eine Corona-Aktie

Auf Basis des guten ersten Quartals 2021 hat Wix den Ausblick für das gesamte Jahr nochmals leicht angehoben. Das Management rechnet nun mit 30 % Umsatzwachstum und einem freien Cashflow zwischen 62-72 Mio. USD. Zwar bleibt auch im laufenden Jahr nach der Planung noch kein Gewinn liegen, aber der bereits positive freie Cashflow gibt die richtige Richtung vor.

Auch anorganisch wächst Wix weiter. Noch diesen Monat hat das Unternehmen den Marktplatzbetreiber Modalyst übernommen, um das eigene Shop-Angebot zu erweitern. So wird Wix immer mehr zur „One-Stop-Lösung“, wo der Kunde alle gewünschten Produkte und Leistungen aus einer Hand erhält. Das stärkt die Kundenbindung und erhöht die Hürden für einen Anbieterwechsel.

Auf gesamter Sicht ist der Trend von Wix weiterhin intakt. Die besonderen Umstände der Corona-Pandemie haben die natürliche Entwicklung des Unternehmens lediglich beschleunigt und nicht erzeugt. Von einer Corona- oder Home-Office-Aktie kann nicht mehr die Rede sein. Mit einer gut gefüllten Kasse und einem erfahrenen Team scheint Wix auf dem richtigen Weg zu sein, um der eigenen Vision treu zu bleiben: In 5-7 Jahren hinter 50 % der neu erstellten Online-Inhalte zu stehen.

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Kerstin2

Corona hat viele Bereiche unseres Lebens verändert und die Wahrnehmung verstärkt auf bestimmte Themen gelenkt. So zum Beispiel auf pharmazeutische Forschung. Wenn selbst Laien über Inzidenzraten diskutieren und beinahe täglich auf die diversen Pandemie-Statistiken schielen, sind das eindeutige Indizien dafür. So geraten auch pharmazeutische Forschungsunternehmen in den Fokus, die eigentlich nichts mit Covid-19 zu tun haben: Clinuvel mit Firmensitz in Melbourne, Australien, ist eines davon. Clinuvel hat sich als Pharmaunternehmen auf neuartige Therapien zur Behandlung von Hautkrankheiten spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt hierzu neue Wirkstoffe und Medikamente mit photo-protektiven, anti-oxidativen, entzündungshemmenden, vaso-aktiven und anti-onkotischen Eigenschaften.

Flaggschiff-Medikament: Scenesse

Seinen Durchbruch schaffte Clinuvel mit der Markteinführung des Medikaments Scenesse zur Behandlung der genetisch bedingten und bislang unheilbaren Krankheit erythropoetische Protoporphyrie (EPP). Diese bis vor wenigen Jahren medikamentös nicht behandelbare Erkrankung ruft bei Betroffenen starke Schmerzen auf der Haut hervor, sobald diese mit Licht in Kontakt kommt. Dies muss nicht nur Sonnenlicht sein, die Symptome treten selbst bei künstlichem Licht auf. Das Leiden ist für Patienten daher groß – ohne Therapie, die dank Scenesse nun möglich ist, müssen sie ihr Leben fast in vollkommener Dunkelheit verbringen.

Scenesse ist für Betroffene im wahrsten Sinne des Wortes ein Lichtblick. Gleichzeitig gelang Clinuvel damit nach vielen Jahren der Forschung endlich der Break Even.

Kluge Nische

Jetzt wo die Gewinnschwelle erreicht ist, ist für Clinuvel noch lange nicht aller Tage Abend. Tatsächlich könnte dies erst der Anfang einer langen Erfolgsgeschichte sein. In der Pipeline befinden sich noch einige weitere potenzielle Kandidaten. Neben neuen Wirkstoffen forscht Clinuvel auch an neuen Indikationen und Behandlungsfeldern für den Wirkstoff, auf dem Scenesse beruht.

Die Spezialisierung von Clinuvel auf Hautkrankheiten ist ein kluger strategischer Schachzug, denn auf diesem Gebiet ist der Wettbewerb weniger stark ausgeprägt als auf anderen Forschungsgebieten. Clinuvel kann sich in diesem Bereich als Marktführer und Platzhirsch positionieren.

Kleinere Probleme aufgrund von Corona

Natürlich ist an Clinuvel wie an vielen anderen Unternehmen die Pandemie nicht spurlos vorüber gegangen. Dadurch, dass sich Kliniken auf die Behandlung von Covid-19-Patienten fokussieren mussten, waren in den diversen Lockdowns manche EPP-Therapiezentren nicht in der Lage, Patienten zu behandeln. Umgekehrt hatten eine Reihe von Patienten auch Schwierigkeiten, aufgrund der Reisebeschränkungen überhaupt zu einer der Behandlungsstätten zu gelangen. Und selbst wenn es möglich war, hatten manche Patienten Angst, sich mit Corona zu infizieren. Daher haben einige auf eigentlich notwendige Besuche verzichtet.

Zweigleisige Wachstumsstrategie

Wie Clinuvel Ende 2020 auf der London Healthcare Conference darlegte, konzentriert sich das Unternehmen nun auf zwei Bereiche: Erstens, das Behandlungsspektrum von Scenesse auf weitere Hautkrankheiten zu erweitern und zweitens, neue Medikamente und Wirkstoffe zu entwickeln. Mit dieser Diversifikationsstrategie minimiert Clinuvel zum einen seine Abhängigkeit von einem Medikament mit einer einzigen Indikation, zum anderem erweitert die Gesellschaft damit ihre Wachstumsperspektiven.

Vielversprechend ist derzeit unter anderem die Ausweitung der Anwendung von Scenesse auf die Krankheit Vitiligo. Die auch als „Weißflecken-Krankheit“ bekannte Pigmentstörung ist global sehr weit verbreitet. Gelingt hier die Zulassung, erweitert sich der Patientenkreis für Clinuvel auf einen Schlag deutlich. Dies könnte mittel- bis langfristig auch dazu führen, dass das Medikament bzw. die Behandlung mit dem Wirkstoff für Patienten kostengünstiger wird. Dies wäre auch für EPP-Patienten, die sich nach jetzigem Stand ein Leben lang behandeln lassen müssen, und für deren Krankenkassen von Vorteil.

Neue Geschäftsfelder werden angepeilt

Clinuvel präsentierte auf der London Healthcare Conference den Plan, mit der Indikation für Vitiligo die Studienphase II noch in diesem Jahr abzuschließen. Des Weiteren arbeitet das Unternehmen am Einsatz von Scenesse gegen die Krankheit Variegate Porphyria (PV). Dabei handelt es sich um eine akute Stoffwechselerkrankung, die unter anderem eine gelegentliche Unverträglichkeit gegenüber Sonnenlicht hervorrufen kann. Wie auch EPP ist diese Krankheit angeboren und auf einen Gendefekt zurückzuführen. Der Eintritt in die Studienphase-II findet derzeit statt.

Clinuvel hegt zudem Pläne, völlig neue Behandlungsbereiche anzustreben. So gab das Unternehmen bekannt, seinen Wirkstoff nun auch an Schlaganfallpatienten testen zu wollen. Wenn es dabei einen Durchbruch gibt, würde sich Clinuvel einen riesigen globalen Markt erschließen. Zudem halten wir es für interessant, dass Clinuvel an nicht-rezeptpflichtigen Produkten arbeitet, etwa Hautpflegemitteln, die im Allgemeinen einen UV-Schutz bieten sollen. Derartiges hatte Clinuvel schon längere Zeit vor. Das Management wartete jedoch richtigerweise erst einmal die US-Zulassung für Scenesse ab. Jetzt, wo Clinuvel die Gewinnschwelle deutlich durchbrochen hat und finanziell stark genug aufgestellt ist, sind derartige Projekte bereit für die Umsetzung.

Halbjahreszahlen über den Erwartungen

Die Halbjahreszahlen von Clinuvel für das Geschäftsjahr 2020/21 lagen über den Erwartungen. Der Umsatz stieg um 58 %. Der Nettogewinn wurde mit fast 6,5 Mio. AUD angegeben. Damit hat dieser sich mehr als verzehnfacht. Derzeit beläuft sich die Nettomarge auf etwa 35 %. Wir halten den Cashflow bzw. CFFO noch als wesentlich aussagekräftiger als den Gewinn. Dieser hat sich fast verdoppelt. Der Cash-Bestand stieg um 9 % auf knapp 73 Mio. AUD.

Und die Aktie?

Wird die Aktie ihren Aufwärtstrend fortsetzen oder müssen Sie mit einer Stagnation rechnen? Das Geschäftsmodell von Clinuvel bietet einerseits Chancen, birgt aber auch Risiken. Wir sind der Meinung, sollte nur eine der Optionen von Clinuvel Erfolg bringen, kann das Unternehmen seinen erfolgreichen Weg weiter beschreiten. Allerdings können beispielsweise ausbleibende Zulassungen der ganzen Sache einen Strich durch die Rechnung machen. Mithilfe unserer Datenbank bleiben Sie zu jedem beliebigen Zeitpunkt auf dem Laufenden. Hier informieren wir Sie unverzüglich über aktuelle Entwicklungen. Sie sollten nicht auf unsere aktuellen Analysen und Informationen verzichten, denn dadurch wird Ihre Entscheidungsfindung erleichtert. Mit unserer Datenbank verfeinern Sie Ihre Anlagestrategie und Sie werden an der Börse erfolgreicher.

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Prof. Dr. Max Otte

Jede Krise bietet auch Chancen. Für die weiterhin schwer gebeutelte Tourismusbranche mag dies vielleicht noch nach purem Optimismus klingeln und dennoch oder gerade deshalb: Aus Anlegersicht ist speziell in diesem extrem angeschlagenen Segment interessant, welche Unternehmen die besten Perspektiven haben, auch von der sich veränderten Marktstruktur (zunehmende Digitalisierung) zu profitieren.

Ein Player der internationalen Tourismusbranche dürfte weitgehend unbeschadet aus der Krise hervorgehen – und in Zukunft dafür umso stärker auftrumpfen, wenn sich das Reiseaufkommen wieder verstärkt: Booking. So langsam scheint es bereits wieder aufwärtszugehen. Die weltweiten Impfkampagnen schreiten voran. Es wird vielerorts gelockert. Erste Länder haben für den Tourismus wieder geöffnet. Nach einem Jahr Entbehrung sind die Menschen hungrig nach Urlaub und Erholung. Überall dort, wo Touristen wieder willkommen sind, sind die Hotels schon gut ausgebucht. Dies zeigt: Wir Menschen haben ein kurzes Gedächtnis. Wir sind bestrebt Krisen schnell zu vergessen und schnell wieder schnell zum Alltag zurückzukehren.

Und noch etwas ist uns aufgefallen: Die Preise für Urlaubsreisen haben im Vergleich zu der Zeit vor Corona spürbar angezogen. Booking profitiert auch davon. Insgesamt hat das größte Online-Reise-Portal der Welt für die Zukunft gute Karten. Das schlanke Geschäftsmodell ließ Booking besser durch die Krise kommen als klassische Reisebüros. Zudem passt das Geschäft perfekt in die „neue digitale Welt“. Dies hat auch der Markt längst erkannt.

Die Marke ist allgegenwärtig – und in vielen Branchenbereichen aktiv

Mal Hand aufs Herz: Worüber haben Sie Ihre kommende oder letzte Reise gebucht? Wir sind überzeugt, viele von Ihnen werden dieselbe Antwort geben: booking.com. Wenn es um Online-Buchung von Reisen geht, hat sich dieses Portal mittlerweile in unseren Köpfen festgesetzt. Und nicht nur in Europa, auch in Asien ist Booking groß im Geschäft. Die meisten machen sich gar nicht mehr die Mühe, andere Seiten aufzusuchen und Angebote zu vergleichen.

Das clevere an der Geschäftsstrategie ist zudem, dass der Konzern mit vielen weiteren Buchungsportalen seine Fühler praktisch wie ein „Kraken“ in der gesamten Branche ausstreckt. Egal also, ob es um die Tischreservierung in einem Restaurant geht (opentable.de), die Buchung eines Mietwagens (rentalscars), eines Flugs (momondo) oder von verschiedensten Freizeitaktivitäten vor Ort – wenn Sie online buchen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Booking mitverdient. Das Unternehmen erhält mit jeder Vermittlung eine kleine Kommission als Vergütung vom jeweiligen Hotel, der Airline, dem Autovermieter etc.

Wachstum und Kundenbindung durch voranschreitende Vernetzung

Das Geschäftsmodell von Booking ist so gut, weil es für alle Beteiligten einen Vorteil bringt. Viele kleinere Hotels etc. nutzen über Online-Buchungsportale überhaupt erst die Chance, von potenziellen Gästen „gefunden“ zu werden. Die große Auswahl wiederum ist ein Vorteil, von dem Endkunden, die eine Reise planen, profitieren können. Nach der Corona-Krise werden die Einnahmen von Booking weiterwachsen. Investitionen in die Datenanalyse und Vernetzung der unterschiedlichen Portale wird die Kundenbindung erhöhen.

So vernetzt der Konzern nahezu sämtliche Dienstleistungen (Flug, Hotel, Mietauto etc.), die der Kunde bei seiner Reise über das Unternehmen bucht, immer engmaschiger. Für den Kunden reduziert dies den Aufwand erheblich, je mehr Reisestationen und Details er über Booking bucht. Wenn sich beispielsweise der Flug verspätet, sollen neue Apps den Kunden nicht nur darüber informieren, sondern diese Information auch an die Autovermietung und das Hotel weitergeben. Der Kunde wird dazu gebracht, immer öfter und irgendwann ausschließlich auf die Angebote von Booking zurückzugreifen.

Skaleneffekte wie der Größenvorteil sind dabei ein kontinuierlicher Hebel des Geschäftsmodells: Je größer das Angebot, desto mehr Kunden, desto bessere Preiskonditionen. Je mehr Kunden sich auf den Portalen wiederum tummeln, desto unabdingbarer wird es für Hotels etc., auf den Booking-Portalen vertreten zu sein. Sicher werden auch andere Portalbetreiber versuchen nachzuziehen – sie sind aber nicht so breit positioniert und müssen gegen einen starken Platzhirsch antreten.

Politischer Gegenwind – für Booking nur eine Brise

Neben allen Positivaussichten gibt es auch politischen Gegenwind für die „Internetkrake“ der Reisebranche. In Deutschland entschied der Bundesgerichtshof, dass die Bestpreis-Klausel, die Booking bislang von seinen Hotel-Partnern abverlangte, nicht zulässig ist. Diese Bestpreis-Klausel schrieb den Hotels vor, dass sie auf ihrer eigenen Internetseite die Preise von booking.com nicht unterbieten durften. Dies wird nun möglich. Der ein oder andere preissensible Kunde wird dies nutzen. Zu einem großen Kundenverlust bei Booking wird dies unserer Überzeugung nach aber dennoch nicht führen. Die Zusammenarbeit der Hotels mit Booking bleibt essenziell. Die meisten Neukunden werden über diese Plattform gewonnen. Und wir Verbraucher? Wir sind meistens bequem. Die meisten werden, nachdem Sie ihr Wunschhotel bei booking.com gefunden haben auch dort buchen und sich gar nicht die Mühe machen, nach der hoteleigenen Buchungsseite zu suchen.

In anderen Ländern wie Italien und Österreich ist eine solche Klausel schon länger verboten. Wir haben für Reisen nach Italien deshalb die Preise von Hotels auf booking.com und hoteleigenen Seiten verglichen. Das Ergebnis bestätigt uns. Wenn, dann sind die Preisabweichungen nur minimal. In den meisten Fällen, in denen die Hotels auf ihrer eigenen Seite günstigere Preise anboten, waren dafür aber die Stornierungskonditionen schlechter als bei Booking. Reisende, die sich möglichst flexibel halten wollen, werden in diesem Fall das Angebot von Bookingbevorzugen, selbst wenn sie dafür ein paar Euros oder Dollars mehr bezahlen müssen.

Des Weiteren läuft in Italien gerade gegen Booking eine Untersuchung wegen Steuerhinterziehung. Das Verfahren in Italien wegen möglicher Steuerhinterziehung geht womöglich zu Ungunsten des Konzerns aus. Es soll dabei um nicht gezahlte Mehrwertsteuer in Höhe von 150 Mio. EUR gehen. Diesen Betrag kann Booking selbst bei dem jetzigen Umsatz von 5,6 Mrd. USD verkraften, wenn es zur Nachzahlung kommen sollte. Eines verdeutlicht dieser Vorfall, nämlich wie gewieft große Onlinekonzerne sind, wenn es um mögliche Steuerschlupflöcher geht. Sie tun nichts Illegales, loten aber auch Grauzonen zu ihrem Vorteil aus – eventuelle Nachzahlungen sind mit Sicherheit von vorneherein Teil ihres Kalküls.

Last but not least geriet der Konzern vor zwei Wochen in die Kritik, weil er während der Covid-Pandemie vom niederländischen Staat (dort hat der Konzern seinen Hauptsitz) 65 Mio. EUR Corona-Hilfen für Lohnfortzahlungen erhielt und die Führungsetage dennoch – trotz des hohen operativen Verlusts – Boni im Gesamtwert von 28 Mio. EUR einstrich. Was die Kritik hinsichtlich der erhaltenen Corona-Hilfen betrifft, hat Booking schnell reagiert und diese vollständig zurückgezahlt. Damit sollte bald Gras über die Sache wachsen und auch hier sehen wir im Moment nicht, dass dies das Verbraucherverhalten stark beeinflussen würde.

Booking ist eine Cash-Maschine par excellence

Booking verdient unter normalen Bedingungen immens viel Geld. Sowohl die EBIT-Marge als auch die Free Cashflowmarge erreichen branchenweite Spitzenwerte. So erzielt der Konzern eine Free Cashflowmarge adjustiert von über 30 %. Das ist hervorragend und dieser Wert ist noch über die letzten acht Jahre sehr stabil. Der Geschäftseinbruch im letzten Jahr allerdings war für den Online-Reiseanbieter verheerend. Der Umsatz hat sich mehr als halbiert, der operative Cashflow sackte auf ein noch nie dagewesenes Tief. Wo ein Jahr zuvor knapp 4,9 Mrd. USD standen, wies Booking diesmal nur klägliche 85 Mio. USD aus. Das Geschäftsjahr 2020 schloss mit einem operativen Verlust (EBIT) in Höhe von 631 Mio. USD. Die Zahlen für das erste Quartal 2021 waren nicht besser.

Obwohl Booking in diesem Jahr bei Umsatz und Nettoergebnis mit Sicherheit noch nicht das Vorkrisenniveau schaffen wird, ist der Aktienkurs schon weit vorausgeeilt. Bereits seit Jahresbeginn notiert das Unternehmen zu neuen Höchstständen. Die Anleger an der Börse trauen dem Tourismus-Giganten offenbar ebenfalls an eine schnelle Steigerung zu alter Stärke zu. Oder sie sehen genau wie wir das immense langfristige Potenzial des Unternehmens und wollen die Gelegenheit nicht verpassen, ihrem Portfolio diesen massiv abgestraften Kandidaten der Touristikbranche beizumischen. In jedem Fall ist Booking ein mehr als interessantes Unternehmen, dass wir empfehlen im Blick zu behalten.

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Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Skechers mit Hauptsitz Manhattan Beach, Kalifornien, ist einer der weltweiten Marktführer bei der Produktion und Vermarktung von Sport- und Lifestyleschuhen für Frauen, Männer und Kinder. Das Unternehmen unterteilt seine Produkte in die beiden Kategorien Lifestyle und Performance. Im Bereich Lifestyle vermarktet die Gesellschaft unter anderem Schuhe der Charity-Kollektion BOBS from Skechers, die Kategorie Performance enthält die Marken Skechers GOrun, Skechers GOwalk und Skechers GObionic.

Die Vertriebsstrategie ist ausgefeilt und deckt quasi jeden Absatzkanal ab. So vertreibt Skechers seine Produkte über Tochtergesellschaften an Warenhäuser, unterhält aber ebenso ein großes eigenes Filial- und E-Commerce-Netz. Skechers ist in über 170 Ländern rund um den Globus präsent.

Gute Zahlen trotz Corona

Die Skechers-Aktie hat vor allem in den zurückliegenden zwölf Monaten mit einem Plus von über 74 % eine rasante Entwicklung hingelegt. Und das, obwohl der Umsatz pandemiebedingt im Gesamtjahr 2020 um 11,9 % zurückging. Der operative Gewinn brach um etwa drei Viertel (–74,2 %) von 518,4 auf 133,7 Mio. USD ein. Seit dem vierten Quartal läuft es aber wieder deutlich besser.

Clevere Nische

Skechers hat einen Nischenmarkt aufgebaut – der Fokus liegt auf leichten und bequemen Freizeitschuhen für Jung und Alt. Den klassischen Sportschuhherstellern kommt Skechers damit nur bedingt in die Quere. Skechers gelang es vielmehr, seinen eigenen Markt zu schaffen. Da die Schuhe so „leichtfüßig“ sind, dass man Sie auch nach Stunden fast nicht spürt, sind sie auch bei bestimmten Berufsgruppen sehr beliebt – beispielsweise in der Gastronomie oder im Gesundheitsbereich sind Skechers gerne getragenes Schuhwerk.

Die Umsatzentwicklung gibt der Strategie recht: Seit 2016 hat sich der Umsatz bis 2020 um 30 % gesteigert. Die Zahl der in Eigenregie und über ein Franchise-System betriebene Filialen wuchs im selben Zeitraum von 2.346 auf über 3.900 Läden an. In diesem Jahr könnte Skechers sogar die Marke von 4.000 Verkaufsfilialen knacken.

E-Commerce als Turbo

Das zukünftige Wachstum des Einzelhandelsgeschäfts von Skechers hängt zu einem großen Teil am weiteren Ausbau des Omnichannel-Angebots. Während viele Präsenzfilialen aufgrund der Pandemie mit operativen Herausforderungen konfrontiert waren, verzeichneten die E-Commerce-Verkäufe in den USA einen Zuwachs um 212 %.

Seine Investitionen konzentriert das Unternehmen auch deshalb auf den weiteren Ausbau seiner Vertriebszentren und E-Commerce-Technologie. Im 1. Quartal 2021 gab Skechers dafür bereits 59 Mio. USD aus.

Bei Kinderschuhen auf dem Vormarsch

Inzwischen hat sich Skechers auch sehr erfolgreich im Kinderschuhsegment etabliert. Gerade Kleinkindern sind Schuhe häufig unangenehm, da sie unbequem sein können. Mit Skechers ist das anders. Und bei den Teenies trifft der Konzern offenbar ebenfalls den Geschmack.

Jüngst wurde Skechers nicht nur zum neunten Mal mit dem Footwear-Plus-Award als „Unternehmen des Jahres“ ausgezeichnet, sondern erhielt nun auch den Preis für „exzellentes Design bei Kinderschuhen“. Nicht nur in den USA sondern auch in vielen europäischen Ländern ist Skechers in Sachen Kinderschuhe auf dem Vormarsch. In Deutschland und der Schweiz ist unter diesem Aspekt eine große Werbepräsenz auffällig – sowohl Online als auch im TV.

Hohe Erwartungen – Optimismus pur

Bei den erwarteten Perspektiven von Skechers herrscht schierer Optimismus. So geht das Management selbst bei dem Gewinn pro Aktie über den Zeitraum von 2020 bis 2024 von einer Vervielfachung (von 0,65 auf 4,65 EUR) aus. Ob dies so kommt, muss sich freilich zeigen. Wachstumspotenzial ist aber grundsätzlich gegeben.

Skechers ist einer der internationalen Marktführer im Bereich Sport- und Lifestyleschuhe.  Vor allem wegen der stark gestiegenen Umsätze im E-Commerce konnte das Unternehmen die durch die Pandemie verursachten Einbußen in den klassischen Einzelhandelsgeschäften nahezu ausgleichen. Hinzu kommt, dass Freizeitschuhe von Skechers besonders bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt sind. Bekanntlich ist diese Altersgruppe modebewusster als andere und auch aufgrund einer starken Gruppendynamik auf bestimmte Marken fokussiert. Wie schon in der Einleitung erwähnt, können sich Modetrends schnell ändern. Die Frage, wie lange der Trend hinsichtlich Skechers noch anhält, sollten sich Anleger daher unbedingt stellen. Aufgrund der Nische, die das Unternehmen für sich besetzen konnte, und der Tatsache, dass die Schuhe auch bei bestimmten Berufen als „Arbeitskleidung“ verwendet werden, sieht es gar nicht so schlecht aus, dass Skechers-Schuhe dauerhaft gefragt sein werden.

Was ist also zu tun? Empfiehlt sich nach dem starken Kursanstieg ein Verkauf? Möglicherweise ist der starke Aufwärtstrend aber auch noch lange nicht am Ende. Wenn Sie zu jedem beliebigen Zeitpunkt die Lage optimal einschätzen möchten, schauen Sie einmal in unsere Datenbank. Hier finden Sie aktuelle Analysen und Informationen, die für Ihre Entscheidungen unerlässlich sind. Sie möchten doch auch Ihre Anlagestrategie verfeinern und auf Dauer an der Börse erfolgreicher ein. Unsere Datenbank gibt Ihren Investmententscheidungen den letzten Schliff.

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Chefredakteurin Der Privatinvestor

Die Corona-Pandemie versetzte der Weltwirtschaft einen kräftigen Stoß in Richtung Digitalisierung. Dies hat unseren Arbeitsalltag maßgeblich verändert. Arbeiten von zuhause aus ist für viele zur „neuen Normalität“ geworden. Der Bedarf nach Web-Konferenzen und auch nach Fernwartungs-Software ist signifikant gestiegen. Anbieter solcher Lösungen haben somit Hochkonjunktur und das nicht nur temporär, denn nach der Pandemie wird nicht alles zurückgedreht werden.

Mit TeamViewer mischt auch ein deutsches Unternehmen in diesem Bereich ordentlich mit. An der Börse gibt es jedoch in letzter Zeit einige Kurschwankungen für das Unternehmen. Erst letzte Woche ist die Aktie von etwa 32,4 EUR auf 27,4 EUR abgerutscht. Insgesamt ist die Kursentwicklung seit Jahresbeginn rückläufig. Was ist da los? Gehört das Unternehmen doch nicht zu den Krisen- und Digitalisierungsgewinnern?

Viele News in den letzten sechs Monaten wurden von den Medien als Aufhänger genutzt, um zu schreiben, dass TeamViewer hinter den Erwartungen zurückbleibe und sich das Wachstum abschwäche. Dies führt an der Börse oftmals zu einer scharfen Reaktion der Aktie nach unten – aber auch zu Übertreibungen. Die Aktie steht seit Jahresanfang ca. 35 % im Minus. Damit liegt TeamViewer kurzfristig gesehen auch hinter unseren Erwartungen, aber langfristig bleiben die Perspektiven gut.

Aktuell viel Wirbel bei unverändert aussichtsreichen Perspektiven

Erst kürzlich verkündete TeamViewer zwei mehr als hochklassige Werbepartnerschaften, zum einen mit dem englischen Fußballverein Manchester United, zum anderen mit Mercedes-Benz in den Bereichen Formel 1 und Formula E (der Elektro-Variante der fossil vorangetriebenen Formel 1). Fokus dieser kostenintensiven Kooperationen – das Investitionsvolumen wird im dreistelligen Millionenbereich geschätzt – ist erklärtermaßen, die Bekanntheit der Marke zu steigern. Ob die hohen Investitionen in die Werbepartner die gewünschte Rendite erwirtschaften werden, wird die Zukunft zeigen.

Einen direkten Effekt auf den Kurs des Aktientitels hatte zuletzt eine Ad-Hoc-Meldung bezüglich der Anfang August vollständig erscheinenden Zahlen zum abgelaufenen zweiten Quartal. Mit Blick auf den zweistelligen Kurssturz könnte man glauben, das Unternehmen hätte einen drohenden Verlust gemeldet. Doch die Warnung diente lediglich dem Hinweis, dass das zweite Quartal 2021 ein etwas weniger starkes Wachstum bot als zuvor erwartet – zumal gerade das Vorjahresquartal sehr stark war. Der Umsatz konnte um 15 % – währungsbereinigt um 18 % – gesteigert werden. Doch die Zielgröße waren 20 %.

Entscheidend für uns: Insbesondere im Großkundensegment überzeugt TeamViewer weiterhin mit starkem, überproportionalem Wachstum. Die Anzahl der Großkunden wurde über die letzten 12 Monate um 55 % gesteigert – in diesem Segment sehen wir das wirkliche Potenzial des Unternehmens, da gerade hier langfristige Geschäftsbeziehungen geknüpft werden. TeamViewer bleibt somit unverändert ein starkes Unternehmen mit einem skalierbaren Geschäftsmodell.

Vom internen Hilfsprogramm zum globalen Megaseller 

Wie bereits manche Erfolgsgeschichte zuvor, begann auch die von TeamViewer mit einem Zufall. Ein kleines Nebenprodukt, dem man anfangs keine Bedeutung beimaß, wird plötzlich zum Verkaufshit. Das berühmteste Beispiel ist Coca-Cola. Ursprünglich sollte die Brause ein Kopfschmerzmittel werden. Heute ist es das bekannteste Erfrischungsgetränk der Welt. Ähnlich war es auch bei TeamViewer. Der Erfinder, der Programmierer Tilo Rossmanith, entwickelte die Software 2005 eigentlich nur für seine eigenen Zwecke.

Er hatte es satt, für Verkaufsgespräche, Produktpräsentationen und Softwareschulungen von Kunde zu Kunde reisen zu müssen. Also schrieb er ein Programm, das ihm den Fernzugriff auf die Computer seiner Kunden ermöglichte – um all dies bequem von seinem Schreibtisch aus tun zu können. Eine kommerzielle Vermarktung von TeamViewer hatte er gar nicht im Sinn. Seine Lösung fand bei Kunden jedoch schnell derartigen Anklang, dass TeamViewer in kurzer Zeit zum Hauptprodukt avancierte.

TeamViewer entwickelte sich schnell weiter und nahm eine Pionier-Rolle ein. Die Softwarelösungen, die das Unternehmen aus Göppingen heute anbietet, ermöglichen nicht nur eine Fernwartung bei PCs und Laptops. Auch komplexe Industriemaschinen können mittels AR-Technologie (AR: Augmented Reality) gewartet werden. Vor allem letzteres eröffnet TeamViewer mehr als nur interessante Möglichkeiten mit Blick auf die technologische Zukunft.

Innovativer Player im Wachstumsmarkt IoT 

Wie schon eingangs erwähnt, hat die aktuelle Krise um Corona die Entwicklung beschleunigt. Anders als bei manch anderem Gewinner der Krise wird TeamViewer davon auch langfristig profitieren. Wer die Vorteile von TeamViewer einmal kennt, will davon nicht mehr weg. Das Unternehmen bietet somit Lösungen, die dauerhaft gefragt bleiben werden. Bereits aus den unterschiedlichen Angeboten der Plattform ist ersichtlich, dass TeamViewer über die ursprüngliche Anwendung als reine Bürosoftware längst hinauswächst.

Das zukünftige Wachstum wird nicht im klassischen Bürosegment stattfinden, sondern überwiegend in der industriellen Produktion. Das Internet der Dinge wird in den nächsten Jahren das Wachstumsthema für TeamViewersein. IoT und Robotik werden mehr und mehr Raum bei Produktionsprozessen einnehmen. Damit steigt auch der Bedarf an Fernwartungslösungen mittels AR-Technologie. Einer Studie von Statista zufolge liegt im Bereich IoT ein großes Wachstumspotenzial mit einer Prognose von über 30 Milliarden vernetzte Geräte im Jahr 2020 und 75 Milliarden im Jahr 2025.

Kostenlose Version als Basisprodukt

Sehr typisch für ein Softwareunternehmen gibt es auch bei TeamViewer eine kostenlose Basisversion der Software. Diese ist in ihrer Funktionalität eingeschränkt und richtet sich an Privatnutzer. Die kommerzielle Nutzung mit allen Funktionen ist dann kostenpflichtig und läuft über ein Abo-Modell. Das Jahresabo wird automatisch alle zwölf Monate verlängert. Für Kunden bietet das Abo-Modell Vorteile, wie wir sie beispielsweise auch bei Microsoft 365 kennen: Neue Features und Verbesserungen stehen dem Nutzer sofort zur Verfügung. Zudem bauen weitere Softwarelösungen und Dienstleistungen modular auf dem Basisprodukt auf.

Daneben hat TeamViewer kontinuierlich sein Dienstleistungsspektrum ausgebaut. So bietet das Unternehmen auch Bestandsmanagement von Soft- und Hardware (Remote Management) an, ebenso wie Fernwartungslösungen für Industriemaschinen mittels AR-Technologie. Der Mitarbeiter im Unternehmen vor Ort erhält über eine spezielle Smartbrille Informationen (beispielsweise die Schaltkreise der Maschine) zugespielt, die er benötigt, um das Gerät nach Anweisung des zugeschalteten Operators selbst zu warten. Dies hat für die Betriebe noch einen praktischen Nebeneffekt: Die Mitarbeiter vor Ort werden geschult. Statt jedes Mal den Wartungsexperten kommen zu lassen, werden die Mitarbeiter irgendwann selbst zum Experten.

Strategische Kooperation mit SAP und weitere Übernahmen

Mitte Juni hat TeamViewer eine neu strategische Partnerschaft mit dem Walldorfer Software-Riesen SAP bekannt gegeben. Ziel ist, die AR-basierte Software-Suite Frontline in SAP-Lösungen zu integrieren. Zudem wurde TeamViewer in das Partnerprogramm von SAP aufgenommen – sozusagen ein Ritterschlag in der Branche. Außerdem gelangt das Unternehmen durch die Kooperation an viele potenzielle Neukunden, die auf SAP-Lösungen setzen und gleichzeitig einen Bedarf an Fernwartung und AR-Lösungen haben.

Ein weiterer interessanter Aspekt von TeamViewers Wachstumsstrategie ist das anorganische Wachstum durch gezielte Übernahmen kleinerer, spezialisierter Unternehmen. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres verkündete TeamViewer drei Übernahmen. Jeweils handelt es sich um Software-Spezialisten, die das Portfolio von TeamViewer sinnvoll ergänzen – sei es im Bereich Augmented Reality (Upskill oder Viscopic) oder bei der Verbesserung des Softwareangebots zur Kundenbindung (Xaleon).

Großes Potenzial für die Zukunft

TeamViewer hatte 2020 einen guten Lauf. Die Zahl der Firmenkunden stieg um 170 %. Die Aboeinnahmen (bei TeamViewer als „Billings“ bezeichnet) stiegen um mehr als 40 % und erreichten einen Rekordwert von 460,3 Mio. EUR. Der Umsatz lag bei 455,6 Mio. EUR. Womöglich fragen Sie sich, was der Unterschied zwischen „Billings“, also den Abogebühren und dem Umsatz ist. Die Abogebühren sind die Einnahmen die TeamViewer in einem Jahr tatsächlich einsammelt. Davon darf aber nur der Teil als Umsatz ausgewiesen werden, dem bereits eine erfolgte Leistung gegenübersteht. Die Einnahmen, bei denen die Leistung noch gar nicht erfolgen konnte, weil der Leistungszeitraum in der Zukunft liegt, dürfen nicht als Umsätze bilanziert werden.

Das Wachstum, das das Management für die nächsten Jahre in Aussicht stellt, ist stark. Einschließlich der Beiträge aus den jüngsten Übernahmen sollen die Billings in diesem Jahr währungsbereinigt um 29 bis 33 % steigen. Mittelfristig erwartet das Unternehmen einen Anstieg der Billings auf 1 Mrd. Euro im Jahr 2023. Angesichts des aktuellen Wachstums halten wir das für ambitioniert, aber nicht unrealistisch. Die globalen Megatrends rund um Digitalisierung, Konnektivität und Nachhaltigkeit geben dem Unternehmen dabei starken Rückenwind.

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Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

In Deutschland heißen sie Verivox oder Check24: Online-Vergleichsportale. Während der diversen Lockdowns der Pandemie haben sie sich beinahe als einzige Option für den Abschluss einer Versicherung oder eines Kreditvertrags bei den Kunden geradezu aufgedrängt. Dabei haben vielleicht auch Sie die Vorteile dieser Anbieter schätzen und lieben gelernt.

Denn bei den Online-Vergleichsportalen erkennen Sie auf Anhieb das für Sie günstigste Angebot. Schließlich vergleicht die Website (der Name sagt es ja bereits) Angebote verschiedener Anbieter. Sie müssen nicht mehr bei x Versicherungsgesellschaften separat anfragen und lange warten, um dann schlussendlich entscheiden zu können. In Italien heißt der Marktführer unter den Vergleichsportalen MutuiOnline.     

Gruppo MutuiOnline SpA ist in Italien am Vertrieb von Retail-Kredit- und Versicherungsprodukten über Remote-Kanäle beteiligt. Die Geschäftsbereiche des Unternehmens sind gliedert in zwei Bereiche gegliedert: die Broking Division und die Business Process Outsourcing (BPO) Division. Der Geschäftsbereich Broking umfasst die Vermittlung von Hypotheken- und Konsumentenkrediten sowie Sachversicherungsprodukten.

Wir hatten bereits vor einigen Monaten in MutuiOnline als einen der großen Profiteure der Pandemie gesehen. Die für das Geschäftsjahr 2020 veröffentlichten Zahlen haben dies bestätigt. 2020 war für Italiens „König der Vergleichsportale“ das erfolgreichste Jahr der gesamten Firmengeschichte. Der Konzernumsatz legte um 17,8 % zu. Das operative Ergebnis wies ein Plus von 24,3 % auf. Die Kursentwicklung der MutuiOnline Aktie spiegelt das ausgezeichnete Ergebnis.

Die hervorragende Geschäftsentwicklung von MutuiOnline setzte sich auch in 2021 fort. Gegenüber dem 1. Quartal 2020 verbesserte sich der Umsatz des Unternehmens im ersten Vierteljahr 2021 von 58,1 Mio. EUR auf 78,2 Mio. EUR um 34,5 %. Im gleichen Zeitraum steigerte sich das EBIT um 43,4 % von 11,2 Mio. EUR auf 16,0 Mio. EUR.

Gute Aussichten von MutuiOnline

Insgesamt haben sich die Perspektiven für MutuiOnline 2021 aufgrund von Corona nochmals spürbar verbessert. Dies nicht nur kurz-, sondern auch mittel- und langfristig. Das Online-Business wird für viele Unternehmer egal welcher Branche immer wichtiger. Zudem haben sich selbst anfängliche Skeptiker mittlerweile corona- und lockdownbedingt daran gewöhnt, alle möglichen Geschäfte und Verträge „online“ abzuschließen. Hinzu kommt der immense Druck, gerade unter Finanzdienstleistern, Kunden mit immer günstigeren Konditionen anzulocken. Letzteres spielt auch dem Outsourcing-Segment von MutuiOnline in die Karten.

Außerhalb Italiens ist MutuiOnline relativ unbekannt. Auf dem Heimatmarkt ist die Firmengruppe in Sachen Vergleichsportale jedoch mit großem Abstand die Nr. 1. Anfänglich ausschließlich auf den Versicherungs- und Finanzsektor konzentriert, bietet das Unternehmen mittlerweile Vergleichsportale für (fast) alle Lebensbereiche an. Egal ob es um Versicherungsprämien, Hypotheken- und Leasingkonditionen, Mobilfunkverträge, Stromtarife oder den Preisvergleich von Konsumgütern geht – MutuiOnline ist das führende Vergleichsportal auf dem italienischen Markt.

Zudem ergänzen zusätzliche Outsourcing-Dienstleistungen für Banken und Leasinggesellschaften das Geschäftsmodell perfekt. Auf diese Weise können Finanzdienstleister nicht nur auf die Vertriebsexpertise von MutuiOnline zurückgreifen. Sie haben damit einen Partner an ihrer Seite, der ihnen obendrein noch ordentlich Personalkosten einspart. Dies macht eine Zusammenarbeit mit MutuiOnline im E-Commerce-Geschäft nur noch attraktiver. So schaffte sich MutuiOnline eine zweite Einnahmequelle. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Das BPO-Segment generiert inzwischen höhere Umsätze als die Vergleichsportale. Der aktuelle Umsatzsplit steht bei 57 % zu 43 %. Dafür ist und bleibt das Geschäft mit Vergleichsportalen das gewinnträchtigere. Die EBIT-Marge liegt hier aktuell bei 37,7 %. In der BPO Division beträgt sie derzeit 14,3 %. Insgesamt haben sich die Wachstumsperspektiven weiter verbessert. Bislang haben wir mit einem durchschnittlichen Wachstum von 10 % kalkuliert. Nicht nur die aktuellen Rekordergebnisse, sondern auch die durchschnittlichen Wachstumsraten der letzten fünf Jahre zeigen: MutuiOnline wird mehr erreichen.

Die Corona Pandemie hat MutuiOnline geholfen, weil immer mehr Kunden ihre Käufe und Verkäufe im Internet abwickeln. Das wirkte sich auch positiv auf die Aktie aus. Auf Sicht von zwölf Monaten ging es knapp 120 % nach oben.

Ist das nun das Ende der Fahnenstange? Sollten sich Anleger  bei der MutuiOnline-Aktie auf eine längere Stagnation einstellen und daher lieber ein Teil der Aktien verkaufen? Oder sollten Sie abwarten? Wenn Sie in der Situation optimal agieren möchten, sollten Sie unsere Datenbank zu Rate ziehen. Diese liefert Ihnen aktuelle Informationen und Analysen, die Sie für Ihren Entscheidungsprozess benötigen. So verbessern Sie Ihre Anlagestrategie und werden auf Dauer erfolgreicher. Mithilfe unserer Datenbank stellen Sie Ihre Investmententscheidungen auf eine fundierte Basis.

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Prof. Dr. Max Otte

Wer kennt den Werbeslogan aus 1984 für das Spülmittel nicht? Aber Pril ist bei weitem nicht das einzige Produkt des deutschen Konsumgüterherstellers Henkel: Persil, Weißer Riese, Somat, Schauma, Schwarzkopf, Pritt und Pattex, um nur die bekanntesten zu nennen. Wir betrachten Henkel seit vielen Jahren als krisenresistentes Langfristinvestment. Schauen Sie mal in unsere Datenbank.

Die Gesellschaft stellte ihre Qualität im vergangenen Jahr unter Beweis. Trotz spürbarer Belastungen im Industriegeschäft sowie in der Profi-Beauty-Sparte (Friseurfachhandel) präsentierte der Mischkonzern eine robuste Entwicklung. Das derzeit wieder florierende Industriegeschäft, das zu großen Teilen an der Autoindustrie hängt, trägt eindeutig zyklische Merkmale. Daher erlitt diese Sparte im vergangenen Jahr die signifikantesten Verluste. 

Der Umsatz verringerte sich absolut lediglich um 4,3 %, organisch generierte Henkel nur ein Minus von 0,7 %. Mit einer bereinigten EBIT-Marge von 13,4 % blieb das Unternehmen profitabel. Für das Geschäftsjahr 2021 wird ein organisches Wachstum zwischen 2 und 5 % angepeilt.

Zu dem guten organischen Wachstum trugen alle Geschäftsbereiche –  Laundry & Home Care (Wasch-/Reinigungsmittel), Beauty Care (Schönheitspflege) und Adhesive Technologies (Klebstoffe) – bei. Das organische Wachstum von 13,0 % im Bereich Adhesive Technologies Sticht hervor. Im Konsumgütersegment Laundry & Home Care ging es 4,1 % nach oben und in der zuletzt angeschlagenen Sparte Beauty-Care immerhin 2,3 %.

Der DAX-Konzern will 2021 den Umsatz organisch um 4 bis 6 (anstatt 2 bis 5) % steigern, den Anstieg beim bereinigten Gewinn je Vorzugsaktie sieht Henkel im hohen einstelligen bis mittleren Zehnprozentbereich (anstatt bei 5 bis 15 %). 2020 verzeichnete das Unternehmen in diesem Punkt Rückgänge. Die bereinigte EBIT-Marge soll sich auf zwischen 14,0 und 15,0 (anstatt 13,5 und 14,5) % verbessern, verglichen mit 13,4 % im Vorjahr.

Wenn es in den kommenden Quartalen so weiter geht, sollte Henkel keine Mühe haben die neu gesteckten Ziele zu erreichen. Ganz besonders erfreulich ist die starke Erholung im Industriesegment Adhesive Technologies. Dort ging es beim Umsatz nominal 6,7 und organisch 13,0 % nach oben. Interessantes Potenzial sehen wir zudem unter anderem im 3D-Druck-Geschäft. Dem entspricht auch die Erwartungen im Hinblick auf die Entwicklung des KGVs.

Anfang Mai 2021 präsentierte Henkel das Zahlenwerk für das 1. Quartal des Jahres. Es wurde ein Gewinn je Aktie von 1,25 EUR gemeldet. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern ein EPS von 1,29 EUR je Aktie berichtet. Der Umsatz wurde auf 4,97 Mrd. EUR beziffert, im Vergleich zum Vorjahresquartal, in dem 4,93 Mrd. EUR umgesetzt worden waren. Die Erwartungen der Analysten für das abgelaufene Quartal lagen bei einem Gewinn von 1,25 EUR je Aktie. Beim Umsatz hatten die Experten mit 4,87 Mrd. EUR gerechnet.

Die Umsatzentwicklung von Henkel kann durchaus als robust bezeichnet werden.

Welches Potenzial bietet die Henkel-Aktie?

Langfristige Perspektiven bieten sich dem Unternehmen durch das Industriegeschäft. Wir halten die relativ ausgeglichene Kombination aus Industrie- und Konsumgütergeschäft für sehr intelligent. Bei der Produktion von Waschmittel, Spülmaschinentabs und Haushaltsreinigern werden diverse Stoffe verwendet, deren Eigenschaften auch für Anwendungsbereiche in der Industrie verwendet werden können und umgekehrt. Warum sollte Henkel sein Know-how nicht in beiden Bereichen anwenden?

Die Klebstoffsparte Adhesive Technologies steht mit Erlösen in Höhe von 2,4 Mrd. EUR im 1. Quartal steht für 47 % des Konzernumsatzes. Besonders gut lief das Geschäft mit Kunden aus der Automobil- oder Elektroniksparte. Aber auch im Baugewerbe und von Unternehmen der Verpackungsindustrie zog die Nachfrage wieder deutlich an. Neben Klebstoffen bietet Henkel unter anderem auch 3D-Druck-Materialien an und gilt hier als einer der führenden Lieferanten. Noch sind additive Fertigungsverfahren nicht reif für flächendeckende Serienproduktionen. Dies halten wir aber nur für eine Frage der Zeit. Wenn es soweit ist, wird die Nachfrage nach den Druck- Granulaten von Henkel stark anziehen. Für den Konzern bieten sich in diesem Bereich interessante Wachstumschancen.

Henkel ist eines der größten Unternehmen der deutschen Konsumgüterindustrie. Die Henkel Vorzugsaktie wird seit 1985, die Henkel Stammaktie seit 1996 an den deutschen Wertpapierbörsen gehandelt. Anleger der Henkel-Vorzugsaktie konnten seit der Emission im Jahr 1985 bis Ende 2020 bei Wiederanlage der Dividenden (ohne Steuerabzug) eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10,4 % erzielen. Die Pandemie hat auch Henkel vor allem durch Umsatzrückgänge im industriellen Geschäft zugesetzt. Doch das scheint nun ausgestanden. Wie sollten Sie als Privatinvestor im Hinblick auf die Henkel-Aktie zum jetzigen Zeitpunkt agieren? Sollten Sie erst mal Vorsicht walten lassen? Oder gar verkaufen? Möglicherweise bietet die aktuelle Situation auch eine Gelegenheit um am Nachholbedarf des Marktes zu partizipieren. Das könnte der Startschuss für den Ausbau oder Aufbau einer (neuen) Position sein. In jedem Fall sollten Sie die aktuelle Situation korrekt einschätzen. Nur dann verpassen Sie den Zeitpunkt für die richtige Entscheidung nicht. Unsere Datenbank liefert Ihnen alle Informationen, die Ihnen dabei hilft. Unser Werkzeugkasten unterstützt Sie dabei, Ihrer Anlagestrategie den letzten Schliff zu geben. Und auf diese Weise an der Börse die Nase vorn zu haben.

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Prof. Dr. Max Otte

Wen begeistern nicht die Geschichten von Unternehmen, die als kleiner Familienbetrieb beginnen und dann nach und nach die ganze Welt erobern? Die sogenannten „Hidden Champions“ (übersetzt: verborgene Gewinner) sind der breiten Öffentlichkeit oftmals kein Begriff, gleichwohl sie innerhalb ihrer Branche als Weltmarktführer den Ton angeben. Nicht selten blicken diese Unternehmen auf eine lange Historie und damit einhergehende Entwicklungen und Veränderungen zurück, sowohl in Markt und Wettbewerb als auch im Unternehmen selbst. Wer es schafft, aus einem kleinen Familienbetrieb zum Weltmarktführer zu wachsen und sich in dieser Position langfristig zu behaupten, hat strategische Weitsicht und flexible Anpassungsfähigkeiten mehr als einmal bewiesen.

Ein Paradebeispiel für solch einen Hidden Champion ist das 1931 in Mannheim gegründete Unternehmen Fuchs Petrolub. Als Familienunternehmen gestartet steht Fuchs Petrolub seit Jahren an der Weltspitze, wenn es um Industrieschmierstoffe geht. Der Produktpalette gehören über 10.000 Einzelprodukte an, darunter insbesondere Schmierstoffe für die verarbeitende Industrie, die Automobilindustrie, den Bereich Metallverarbeitung aber auch zahlreiche Spezialanwendungen. Schmierstoffe werden praktisch überall gebraucht. Fuchs Petrolub begleitet uns damit im Alltag, auch wenn wir es als Endverbraucher gar nicht unbedingt merken. Die Schmierstoffe sind im Kühlregal, in der Markise für den Sonnenschutz, im Staubsauger, in der Waschmaschine und in vielen anderen Anwendungsbereichen des täglichen Lebens.

Fuchs Petrolub hat Kunden aus den verschiedensten industriellen Bereichen: Automobilzulieferung, Maschinenbau, Metallverarbei­tung, Bergbau, Luft- und Raumfahrt, Energie-, Konstruktions- und Transportsektor, Land- und Forstwirtschaft, Stahl-, Metall-, Zement-, Guss- und Schmiedeindustrie sowie Lebensmittel- und Glashersteller. Anfänglich stark lokal orientiert erfolgte bereits in den frühen 1950er Jahren die Aus­weitung ins Ausland. Heute beschäftigt der Konzern fast 6.000 Mitarbeiter und besitzt 58 operative Gesellschaften in 50 Ländern.

Direktvertrieb und „Custom-Lösungen“

Neben Standardprodukten stellt Fuchs Petrolub auch Speziallösungen her, um damit bestimmte Marktnischen zu bedienen. Häufig passt Fuchs Petrolub die Schmierstoffe beim Kunden vor Ort an dessen Produktionsprozesse an. Bei Bedarf werden sogar in Zusammenarbeit mit dem Kunden neue Schmierstoffe gleichzeitig mit neuen Maschinen und Aggregaten entwickelt. Dies ermöglicht, dass die Schmierstoffe höchste Qualitätsanforderungen hinsichtlich Leistung, Nachhaltigkeit, Effizienz und Kostenersparnis erfüllen. Fuchs Petrolub ist sich dieses entscheidenden Wettbewerbsvorteils bewusst und investiert fortlaufend in den Bereich Forschung und Entwicklung. 10 % der Belegschaft sind im Bereich F&E tätig.

Knapp drei Viertel der Umsätze erzielt der Konzern im Direktvertrieb. Die Kundenbindung ist stark und Fuchs Petrolub kann auf jeden Kunden sehr individuell eingehen. Das unterscheidet Fuchs Petrolub klar von großen Mineralölfirmen wie Shell und BP, deren Geschäftsmodell insbesondere auf breite Vertriebskanäle setzt. Weitere unabhängige Hersteller sind Valvoline und Gulf Oil Intl. Diese sind aber wesentlich kleiner als Fuchs Petrolub und werden von dem Mannheimer Konzern in Sachen globale Präsenz und Know-how klar übertrumpft.

Stabile Gesamtnachfrage durch breites Einsatzgebiet

Wie bei allen Industriezulieferern ist das Geschäft bis zu einem gewissem Maß von Konjunkturphasen abhängig. Abgeschwächt wird dies aber durch die enorm breit gefächerten Einsatzmöglichkeiten der Produkte. Die Diversifikation in Regionen und Branchen mindert die Auswirkungen von Konjunktur und Branchenzyklen. Fuchs Petrolub hat deshalb auch in den letzten 27 Jahren keinen Verlust oder negativen Cashflow ausweisen müssen.

Den wirtschaftlichen Auswirkungen einer länger anhaltenden Krise wie der weltweiten Corona-Pandemie kann sich jedoch auch ein Unternehmen wie Fuchs Petrolub nicht entziehen. Nahezu sämtliche Industriezweige sind davon betroffen. Dazu gibt es Branchen, die für einen markanten Umsatzanteil stehen. So werden mit Kunden aus der Automobilbrache fast ein Drittel der Umsätze des Schmierstoffherstellers generiert. Genau diese Branche schwächelt seit einiger Zeit – nicht erst durch Corona – gewaltig.

Neue Technologien bedeuten neue Ansprüche an Schmierstoffe

Was wird aus Fuchs Petrolub, falls der Verbrennungsmotor in ein paar Jahren tatsächlich vollständig durch den Elektroantrieb ersetzt werden sollte? Brechen dann 30 % der Umsätze weg? Sieht man sich die Kursentwicklung von Fuchs Petrolub in den letzten Monaten an, scheinen viele Anleger genau das zu befürchten. Angst war aber noch nie ein guter Ratgeber. Auch wenn der Umsatz für Fuchs Petrolub mit dieser Branche insgesamt zurückgehen sollte, wird der Absatz hier nicht auf null fallen. Denn: E-Motoren benötigen zwar kein klassisches Motorenöl mehr, aber auf Schmierstoffe können diese weiterhin nicht verzichten.

Und es gibt zusätzlich neue Anforderungen an die Produkte von Fuchs Petrolub: Die Schmierstoffe für den elektrischen Antrieb müssen mit erhöhten Drehmomenten und Drehzahlen umgehen können. (Im Vergleich zum Verbrennungsmotor sind die Drehzahlen um den Faktor 10 bis 15 höher.) Dies bedeutet, dass neue Schmierstoffe gebraucht und perspektivisch immer stärker nachgefragt werden. Zusätzlich gewinnt die Leitfähigkeit an Bedeutung, denn die Lebensdauer der Antriebsbestandteile wird durch die elektrischen Phänomene negativ beeinflusst. Der Schmierstoff soll helfen, diesen Effekt durch eine kontrollierte Leitfähigkeit zu entschärfen. Diese Besonderheiten bieten für einen Spezialitätenanbieter wie Fuchs Petrolub neue Chancen.

2021 – das Geschäft zieht wieder an

Der Mannheimer Konzern steigerte sowohl Umsatz als auch Gewinn im ersten Quartal 2021 stärker als zuvor erwartet. So kletterte der Umsatz um 13 % auf 697 Mio. EUR. Das EBIT stieg um 40 % auf 101 Mio. EUR und der Nettoerlös wuchs um 39 % auf 71 Mio. EUR. Wachstumstreiber war auch für den Schmierstoffexperten vor allem China. Im Vorjahresquartal hatte die Corona-Pandemie das Geschäft in China massiv belastet. Die Jahresprognose wird deshalb nun leicht nach oben angepasst. Gleichzeitig warnt das Management wegen der Knappheit und deutlichen Verteuerung von Rohstoffen und Verpackungsmaterialien vor höheren Kosten. Der Jahresumsatz wird nun bei 2,7 bis 2,8 Mrd. EUR erwartet (2020 waren es 2,378 Mrd. EUR). Bisher ging Fuchs Petrolub von Erlösen in Höhe von ca. 2,6 Mrd. EUR aus.

Auch auf Dividendenseite schlägt sich die positive Entwicklung nieder. Es ist das 19. Jahr in ununterbrochener Folge, dass der Schmierstoffexperte seine Dividende anhebt. Für die Inhaber der Vorzugsaktien ist eine Ausschüttung in Höhe von 0,99 EUR (Vorjahr: 0,97 EUR) geplant. Je Stammaktie soll es 0,98 EUR (Vorjahr: 0,96 EUR) geben. Da die Stammaktie weiterhin zu einem deutlichen Abschlag gegenüber der Vorzugsaktie notiert, bietet die Stammaktie trotz des um 1 Cent niedrigeren Auszahlungsbetrags die höhere Dividendenrendite, nämlich 2,8 %. Bei der Vorzugsaktie liegt die aktuelle Dividendenrendite bei 2,4 %. Die Stammaktie (da zu einem großen Teil in Familienbesitz) ist an der Börse deutlich weniger liquide als die Vorzugsaktie, weshalb man bei Käufen mit Vorsicht agieren sollte. Das Setzen eines Limits ist hier empfehlenswert.

Trotz Krise auf Expansionskurs

Fuchs Petrolub ist und bleibt weltweit auf Platz 1, wenn es um Schmierstoffe geht. Der Burggraben ist nicht nur dank zahlreicher Patente und der starken Marktposition tief. Fuchs Petrolub zeichnet auch ein exzellentes Management aus, das noch dazu bis heute von der Gründerfamilie gestellt wird. Diese hält nach wie vor die Stimmenmehrheit mit über 50 % der Stammaktien.

Durch die anziehende Mittelschicht in den Entwicklungsländern stehen die Zeichen gut, dass die Nachfrage nach Industrieschmierstoffen weiterhin steigen wird. Vor allem Großabnehmer aus den Bereichen Handel, Transport, Industrie sowie verarbeitendes Gewerbe werden perspektivisch einen wachsenden Bedarf an spezialisierten Schmierstoffen haben – genau hier liegt die bekannte Stärke von Fuchs Petrolub. Dazu hat das Unternehmen in der Vergangenheit stets Krisen als Chance genutzt, um durch intelligente Zukäufe und Übernahmen seine führende Position zu stabilisieren und strategisch auszubauen.

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Auf gute Investments!

Prof. Dr. Max Otte