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Sie werden nie krank (auch nicht während der Pandemie), brauchen keinen Urlaub und geraten niemals in Konflikt mit Kollegen oder Vorgesetzten. Für Unternehmer sind sie perfekte Mitarbeiter. Andere sehen sie nur als Arbeitsplatzkiller: Industrieroboter. Ein außerordentlich attraktives Unternehmen in diesem Sektor ist FANUC. Die japanische Gesellschaft ist auf diesem Gebiet weltweit die Nr. 1.

Roboter übernehmen bereits heute eine Vielzahl von Tätigkeiten: Schweißen, Bohren, Schneiden, Stapeln, Lackieren oder Montieren, um nur die wichtigsten zu nennen. Dabei bietet FANUC mit mehr als 100 Modellen das weltweit größte Sortiment an Robotern für verschiedenste Applikationen und Branchen. FANUC Industrieroboter sind flexibel einsetzbar, einfach zu integrieren und lassen sich intuitiv bedienen. Die Geräte gibt es für Nutzlasten bis zu 2,3 Tonnen und Reichweiten bis zu 4,7 Metern.

„Industrie 4.0“ nimmt Fahrt auf

In der Corona-Zeit haben sich Unternehmen mit teuren Investitionen im Bereich Robotik wohl eher zurückhalten. Die aktuellen Belastungen sind immer noch hoch. Allerdings haben gerade die diversen Lockdowns eines gezeigt: Durch roboter-gesteuerte Produktionsstraßen hätte so manch eine Betriebsstätte nicht stillstehen müssen. Wir sind sicher: „Industrie 4.0“, Automatisierung kombiniert mit Digitalisierung, ist eine Entwicklung, die nicht aufzuhalten ist.

Die Digitalisierung ist nicht zu stoppen. Immer mehr Teilbereiche der Produktion werden „online“ gesteuert und/oder von Robotern unterstützt bzw. vollständig übernommen. FANUC setzt mit seinen Industrierobotern bei diesem großen Zukunftsthema an.

Stellen Sie sich eine Arbeitswelt vor, in der Menschen Seite an Seite mit Robotern arbeiten. In dieser Welt führen Roboter alle anstrengenden Aufgaben aus. Dadurch können die Menschen ihre wertvolle Zeit leichteren, fachlicheren oder anspruchsvolleren Aufgaben widmen. FANUC hat diese Vorstellung bereits umgesetzt – mit kollaborierenden Robotern.

Die Entwicklung wird hier weiter gehen. Dieser Trend und damit auch FANUC wird nach der Krise wieder deutlich Fahrt aufnehmen. Die Zahlen zum 1. Quartal 2021 beweisen dies.

Quartalszahlen von FANUC besser als erwartet

Die Zahlen, die FANUC für das 1. Quartal 2021 vorlegte, fielen besser aus als erwartet. Der Gewinn je Aktie stieg auf 201,8 JPY (1,51 EUR) gegenüber 87,9 JPY (0,66 EUR) je Aktie im Vorjahresquartal. Der Umsatz verzeichnete einen Zuwachs von 43,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Zuletzt wurden 174,4 Mrd. JPY (1,3 Mrd. EUR) umgesetzt, gegenüber 121,8 Mrd. JPY (0,9 Mrd. EUR) im Jahr davor. Analysten waren von einem Gewinn je Aktie von 182,84 JPY (1,37 EUR) ausgegangen, während der Umsatz auf 162,6 Mrd. JPY (1,22 Mrd. EUR) taxiert wurde.

Vieles spricht für den Roboterproduzenten FANUC. Mit einer Marktkapitalisierung von 37,6 Mrd. EUR ist FANUC in etwa 19-mal größer als der deutsche Konkurrent KUKA. Das japanische Unternehmen glänzt mit einer Eigenkapitalquote von 87,7 % (KUKA: 29,6 %). Darüber hinaus erwarten Analysten für die kommenden Jahre bei FANUC einen Anstieg der Dividend. 

Fanuc Dividendenentwicklung (in JPY)

Roboter die Roboter bauen

Nach konzerneigenen Angaben ist FANUC das einzige Unternehmen seiner Branche, das alle Hauptkomponenten selbst entwickelt und auch fertigt. Diese hohe Fertigungstiefe garantiert nicht nur eine hohe Qualität, sondern auch eine hohe Funktionssicherheit der Roboter.

Davon kann sich FANUC selbst jeden Tag überzeugen. Der Konzern nutzt seine eigenen Roboter in der Fertigung. Mit anderen Worten: Roboter bauen Roboter. Was vor Jahren reine Science Fiction war, ist in diesem japanischen Konzern längst Realität. Mehrere Tausend FANUC-Roboter „arbeiten“ auf den Werksgeländen, die in Japan auf vier Standorte verteilt sind.

Mehr Details zu Fanuc liefert Ihnen unsere Privatinvestor-Datenbank

FANUC ist eine der weltweit größten Firmen für die Entwicklung und Herstellung von Robotern und Automationstechnologie. Das Geschäftsmodell verspricht somit noch interessante Chancen. Doch hat die FANUC-Aktie ebenfalls noch Luft nach oben? Oder ist der Zenit erreicht? In unserer Datenbank finden Sie Antworten. Hier tracken wir aktuelle Entwicklungen und stellen Ihnen unsere Analysen zur Verfügung. Unsere Datenbank liefert Ihnen wichtige Tipps für Ihre persönliche Anlagestrategie.

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Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin “Der Privatinvestor”

Es ist eine Entwicklung, die nicht erst seit Corona im Gange ist – der Einzelhandel hat Probleme. Immer mehr Einkäufe jeglicher Art werden online erledigt. Schauen Sie sich nur mal die deutschen Innenstädte an: Eine Fußgängerzone gleicht der anderen. Es gibt kaum noch individuelle Läden, fast nur noch deutschlandweite oder internationale große Ketten prägen das Bild unserer Einkaufsstraßen. Und selbst diese klagen über schwächelnde Umsätze und abnehmende Wachstumsraten. Der Onlinehandel hingegen wächst und gedeiht seit Jahren kontinuierlich. Die Pandemie hat diese Schere natürlich durch die lockdown-bedingten Schließungen im stationären Einzelhandel noch weiter auseinandergerissen.

Der Onlinehandel zählt klar zu den Gewinnern der Corona-Krise. Im Jahr 2020 belief sich der Umsatz im E-Commerce-Segment B2C in Deutschland auf 72,8 Mrd. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz um rund 23 % gestiegen. Überhaupt ist es beeindruckend, wie sich der Onlinehandel in den letzten Jahren entwickelt hat. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag der B2C-E-Commerce-Umsatz hierzulande noch unter 40 Mrd. EUR. Es wird heutzutage schlichtweg immer mehr im Internet bestellt. Und diese Entwicklung wird sich wohl auch nach Ende der Pandemie nicht wieder umkehren lassen. In jedem Fall braucht der Einzelhandel neue Konzepte, um der immer stärker werdenden Online-Konkurrenz perspektivisch begegnen zu können.

Diese Zoohandelskette macht es vor

Ein Einzelhändler, der vormacht, wie es geht, ist Pets At Home. Das Unternehmen ist in Großbritannien der Top-Akteur auf dem Markt für Haustierbedarf. Die Unternehmensentwicklung übertrifft dabei sogar das generelle Wachstum innerhalb seiner Branche. Während der Gesamtmarkt für Tierbedarf in UK jährlich im Schnitt um solide 3 bis 4 % wächst, steigerte Pets At Home seinen Umsatz in den letzten Jahren um jährlich 5 bis 6 %.

Trotz des Lockdowns im breit aufgestellten Filialnetz – Pets At Home betreibt aktuell 451 Läden in Großbritannien – hat Corona den Konzernumsatz insgesamt angekurbelt: Die Zahlen im jüngsten Bericht bescheinigen im Zeitraum Oktober bis Dezember 2020 Ein Wachstum von 18 %.

Dem Unternehmen gelingt es also weiterhin, seine Marktposition auszubauen. Der aktuelle Marktanteil beläuft sich auf 20 %. Angesichts des großen Wettbewerbs (Supermärkte, Discounter, Amazon, andere Onlinehändler) ist dies ein sehr beachtliches Stück vom Kuchen. Wie schafft Pets At Home das?

Clevere Kombination

Zum einen hat Pets At Home eine sehr kompetitive Preisstrategie. Erst zuletzt wurden die Preise leicht gesenkt, um noch näher an den Preisen seiner Wettbewerber zu sein. Im Schnitt liegen die Preise nun noch 5 % über denen der Wettbewerber. Vor allem aber punktet Pets At Home bei seiner immer größer werdenden Stammkundschaft mit seinem einzigartigen Geschäftsmodell. Die Kombination aus klassischer Zoohandlung und umfangreichen Wellness- und Gesundheitsdienstleistungen (Hundesalons, Tierarztpraxen etc.) bietet den Kunden Vorteile, die den minimal höheren Preis gegenüber der Konkurrenz überwiegen.

So kann Frauchen oder Herrchen in den Pets At Home-Megastores praktischerweise mehrere Dinge gleichzeitig erledigen: Während der geliebte Vierbeiner gerade im Hundesalon frisiert wird, kann der Einkaufswagen in aller Ruhe mit Futter und allem, was für das Haustier sonst noch benötigt wird, gefüllt werden. Kein Wettbewerber ist so breit aufgestellt wie Pets At Home.

Nr. 1 auf dem attraktivsten Markt

Bislang ist Pets At Home ausschließlich auf seinen Heimatmarkt Großbritannien konzentriert. Damit hat sich der Konzern aber auch gleich den fettesten Kuchen herausgepickt. Innerhalb von Europa ist Großbritannien aus mehreren Gründen der attraktivste Markt für Tierbedarf. Gemessen am Umsatzvolumen ist der Markt dort am größten. Noch dazu wächst er am stärksten und bietet höhere Margen als selbst in Deutschland und Frankreich.

Auch wenn es in Deutschland und Frankreich mehr Tierhalter gibt, sitzt der Geldbeutel bei Tierbesitzern in Großbritannien um einiges lockerer. Die Briten geben im Schnitt 60 bis 80 % mehr für ihr Haustier aus als die Franzosen und Deutschen. Warum also in die Ferne schweifen, wenn es daheim noch genug zu erobern gibt?

Kundentreue dank VIP-Programm

Eine starke Kundenbindung – dafür sorgt unter anderem das „VIP“-Programm des Unternehmens. „VIP“ steht hier selbstverständlich für „Very Important Pet“. Viele Tierhalter fühlen sich dadurch emotional angesprochen. Mittlerweile besitzen 790.000 Kunden eine solche „VIP“-Karte. Das ist ein neuer Höchststand – mit weiter steigender Tendenz. 16 % davon, also über 125.000 Kunden, nutzen das Programm sehr regelmäßig und in allen Facetten. Das bedeutet, diese Kunden entscheiden sich auch bei der Wahl von Tierarztpraxen und Wellnessangeboten bewusst für das Angebot von Pets At Home, um von Preisvorteilen zu profitieren.

Online-Geschäft stabilisiert Umsatz

Auch wenn die physischen Filialen die ganze Zeit über geöffnet waren, blieb dort angesichts der Abstandsregeln und sonstigen Corona-Auflagen das „Einkaufserlebnis“ aus. Die Beratung blieb auf ein Minimum reduziert. Kunden blieben während des Einkaufs somit weitestgehend auf sich gestellt. Ihre Einkäufe verliefen viel gezielter als sonst und ihre Aufenthaltsdauer in den Läden war viel kürzer als normalerweise. Statt durch die Regale zu schlendern, um zu sehen, was es womöglich Neues für das geliebte Haustier gibt, kauften sie nur bekannte Produkte, die sie benötigten. Crossselling oder spontane Emotionskäufe waren kaum möglich.

Dass sich der Einzelhändler dennoch im Umsatz halten konnte, ist dem Online-Geschäft zu verdanken. Bisher machte E-Commerce knapp 10 % am Umsatz aus. Durch den starken Anstieg sind es aktuell schon 16,6 %.

Vertrieb auf allen Kanälen sichert die Pole Position

Das Online-Geschäft sollte auch in Zukunft bei Pets At Home an Bedeutung gewinnen. Während andere Einzelhändler hier immer noch Nachholbedarf haben, ist dieses Unternehmen bereits gut aufgestellt.

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Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin “Der Privatinvestor”

In den 60er und 70er Jahren kursierte im Rahmen der keynesianischen makroökonomischen Globalsteuerung das Konzept der sogenannten „Phillips-Kurve“. Es besagte, dass es in gewissem Rahmen eine Wahl zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation geben könne. Helmut Schmidt hat im Wahlkampf 1972 zum Beispiel gesagt, dass er lieber 5 % Inflation als 5 % Arbeitslosigkeit habe.

Das Problem an dieser Phillips-Kurve: die Inflationserwartungen passen sich an. Der Händler erhöht seine Preise in Erwartung weiterer und höherer Inflation, ebenso fordern Arbeitnehmer höhere Löhne, um ihrerseits den Real-Effekten der drohenden Inflation begegnen zu können. So entstand, erstmalig seit den Ölkrisen, ein Phänomen, dass sich „Stagflation“ nannte. Die Inflation zog weiter an und die Wirtschaft belebte sich trotzdem nicht.

Kurzwort aus Stagnation und Inflation

Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert den Begriff der Stagflation als „eine konjunkturelle Situation, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Wirtschaft nicht wächst und gleichzeitig Inflation und Unterbeschäftigung herrschen. Als Hauptursache wird die Unvereinbarkeit von Verteilungsansprüchen und Inlandsprodukt angesehen.“

Was bedeutet das? Nehmen wir als Beispiel die bereits angeführte Ölkrise in den frühen 70er Jahren: Damals verknappte die OPEC aufgrund politischer Konflikte im Nahen Osten die Ölforderung massiv. Dadurch verdoppelte sich der Ölpreis innerhalb von nur zwei Jahren (von 1973 bis 1975). Fast im selben Zeitraum stieg die Inflationsrate in den westlichen Industrienationen von 6 % (1972) auf 13 % (1974). Parallel dazu erhöhte sich auch die Arbeitslosenquote, in den USA beispielsweise von 4,9 % im Jahr 1973 auf 8,4 % im Jahr 1975.

Erst der legendäre US-Notenbankchef Paul Volcker brach mit einer brutalen Hochzinspolitik (die US-Prime Rate stand Anfang der 80er Jahre mal bei 20 %) die Inflationserwartungen. In den letzten 30+ Jahren haben wir uns daran gewöhnt, dass die Inflation „besiegt“ war. Die Globalisierung führte dazu, dass überall auf der Welt billige Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Die Digitalisierung half, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen.

Von Inflation zu Stagflation

Auf der anderen Seite treiben expansive Geldpolitik und globale Schuldenkrise das Risiko von Inflation seit vielen Jahren kontinuierlich voran. Reale Inflationseffekte sind bereits deutlich messbar. Gerade mit Blick auf die immensen Ersparnisse der Deutschen besteht akuter Handlungsbedarf.

Worin aber liegen nun die Ursachen einer drohenden Ausweitung der Inflationseffekte hin zu einer Stagflation? Seit COVID gibt es vermehrt Faktoren, die den langfristigen Wachstumstrend drücken, die Produktionskosten in die Höhe treiben und so Stagflation fördern. Dazu zählen eine beschleunigte Renationalisierung sowie neue protektionistische Tendenzen. Grenzen sind auf einmal weniger durchlässig, Lieferketten sind unterbrochen, es entstehen Engpässe.

Währenddessen geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander – und erzeugt politisch-populistische Gegenreaktionen. Diese könnten in Zukunft zu weiteren stützenden Regulationen bei Löhnen und Einkommen führen, was wiederum Produktionskosten in die Höhe treibt. Und so geht die Spirale immer weiter.

Ein aktuelles Beispiel für ansteigende Produktionskosten sind die derzeitigen „Preisanpassungen“ in der Bauindustrie:

Was erwartet uns auf der Investorseite?

Die Stagflation könnte also mit einem Paukenschlag zurückkehren. Was bedeutet das konkret für uns als Investoren? Wir, das Team von Der Privatinvestor, halten vor allem die folgenden vier Punkte im Blick und richten unsere Investitionsstrategie sowie unsere Empfehlungen und Unternehmensbewertungen in unserem Kapitalanlagebrief für Privatanleger daran aus:

  1. Tech-Aktien werden etwas weniger attraktiv, weil zukünftige Gewinne stärker diskontiert werden. Wenn die entsprechenden Unternehmen allerdings Preissetzungsmacht haben, kann man sie behalten. Und das ist in der Plattformwirtschaft oftmals der Fall.
  2. Festverzinsliche Anleihen werden sehr unattraktiv. Die Flucht in die Sachwerte wird an Fahrt aufnehmen.
  3. Auch „billige“ Aktien von kapitalintensiven Unternehmen, die keine Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs herstellen, wie zum Beispiel in der Automobilindustrie, sind nicht unbedingt das Wahre, weil diese Unternehmen es schwer haben könnten, ihre Preise zu erhöhen.
  4. Rohstoffaktien und Aktien von Goldminen hingegen dürften weiter anziehen, obwohl sich viele seit ihren Tiefs Ende 2015 verdreifacht haben.

Wappnen Sie sich und Ihr Vermögen vor den Risiken einer Stagflation

Wir bei Der Privatinvestor setzen weiterhin auf wertbasierte Unternehmen und Aktientitel, die wir sowohl auf Ebene von Markt und Wettbewerb durchleuchten als auch im Kontext globaler Entwicklungen analysieren und bewerten.

Ein dahingehend intelligent diversifiziertes Portfolio bietet aus unserer Sicht die größten Chancen, um Ihr Vermögen nicht nur vor den kommenden Inflations- bis Stagflationsschüben zu bewahren, sondern durch Value Investing kontinuierlich auszubauen.

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Prof. Dr. Max Otte

Max Otte ist angeblich “Deutschlands bekanntester Crash-Prophet”. Stimmt diese Bezeichnung? Das Sachwert Magazin hat seine Prognosen unter die Lupe genommen.

Max Otte ist “Deutschlands bekanntester Crash-Guru aller Zeiten”, wie es der unabhängige Ökonom Daniel Stelter ausdrückte. In den letzten Jahren erschienen in den Mainstream-Medien immer wieder Artikel über den ehemaligen Hochschullehrer, in denen ihm unterstellt wird, dass er wie alle Crash- Propheten ständig vor einem Crash warne und dass er ein “Geschäft mit der Angst” betreibe. Im Januar 2020 titelte zum Beispiel der Tagesspiegel: “Max Otte, Dirk Müller & Co. Wenn Crashpropheten selbst zu Bruchpiloten werden.”

Stimmt dieses Narrativ? Max Otte sagt auf Nachfrage, dass er Börsenbulle sei. Zudem sieht er sich als Stockpicker und Value Investor, der unabhängig von Börsentrends Unternehmen mit erfolgreichen Geschäftsmodellen aufspüre und langfristig in sie investiere. In seinem Buch “Erfolgreiches Value Investieren”, das 2008 erstmals erschien, offenbarte er seinen Investmentsatz. 2010 legte Otte mit “Endlich mit Aktien Geld verdienen” nach.

“ICH FÜHLE MICH WIE EIN JUNGE IM SÜSSWARENLADEN, WENN DIE ELTERN UND DER VERKÄUFER NICHT DA SIND.”

Als sich die meisten Investoren aufgrund der Finanzkrise noch im Schockzustand befanden, sagte er dem Nachrichtenmagazin Focus Anfang 2011, dass er fast komplett in Aktien investiert sei. Zudem betont er immer wieder, dass Aktien Sachwerte seien und Aktien guter Unternehmen auch Krisen überstünden. Otte schreibt durchgehend, dass Aktien seine bevorzugte Anlageklasse seien.

Wir haben mehr als vierzig Prognosen des ehemaligen Hochschulprofessors über die letzten fünfzehn Jahre untersucht. Das waren u. a. Zitate auf Onlineplattformen wie dem Handelsblatt und Wirtschaftswoche, sowie aus seinen Büchern, aber auch Aussagen in den Sozialen Medien – zum Beispiel in Interviews bei YouTube. Die erste legendäre Crashprognose steht in seinem Buch »Der Crash kommt« vom Sommer 2006, die letzte Prognose stammt vom Januar 2021 in Focus Money. Mehr als drei Viertel dieser gesichteten Börsenprognosen von Max Otte sind bullish, also Kaufempfehlungen für Aktien.

In seinem frühen Werk “Der Crash kommt” schreibt Otte selbst: “Ich möchte nicht mit Ängsten spielen. Krisenpropheten hat es schon immer gegeben. Manchmal lagen sie richtig, oftmals aber falsch. Dies ist meine einzige Warnung.” Ein deutlicher Hinweis, dass Otte vorher positiv bei Aktien gestimmt war. Schon im Herbst 2000 veröffentlichte er im Econ-Verlag “Investieren statt sparen – wie Sie mit Aktien ein Vermögen aufbauen”. 2010 folgte “Endlich mit Aktien Geld verdienen” im FinanzBuch Verlag.

Otte trat zum ersten Mal 1999 mit dem Portal wallstreet:village öffentlich als Aktieninvestor in Erscheinung. Im Jahr 2000 gründete er zusammen mit dem Internetunternehmen freenet.de seinen Börseninformationsdienst Investor Village, seit 2003 betreibt er sein eigenes Portal »Der Privatinvestor«, seit 2008 seinen Flaggschiff-Fonds PI Global Value Fund (A0NE9G). Mittlerweile betreut Ottes Privatinvestor Kapitalanlage GmbH sechs Fonds und Sondervermögen, darunter der Max Otte Vermögensbildungsfonds (A1J3AM) und der Max Otte Multiple Opportunities Fund (A2ASSR), ein alternativer Investmentfonds in Liechtenstein für professionelle Anleger (in Liechtenstein auch für Privatanleger). Der Max Otte Multiple Opportunities legt wie alle anderen Otte-Fonds nach dem »Reinheitsgebot der Kapitalanlage« an, investiert also nur in Aktien, Anleihen, hält Liquidität vor und meidet Derivate. Er kann aber zusätzlich in physisches Gold und Silber im Tresor der Bank in Liechtenstein investieren und Positionen bis zu 20 Prozent des Fondsvermögens eingehen.

Die Performance der Otte-Fonds ist ordentlich. Sein ältester Fonds, der PI Global Value Fonds, hat seit Auflegung im Sommer 2008 netto 190 Prozent hinzugewonnen. Spannend ist, dass Otte nach eigenen Angaben während der Finanzkrise 2008 fast voll investiert war. Damit hat der Kurseinbruch im Herbst 2008 den PI Global Value Fonds kalt erwischt, er konnte sich dann aber mit Hilfe einer guten Aktienauswahl ab März 2009 sehr viel schneller erholen als die meisten Indizes und lag deutlich vor dem MSCI. Ottes jüngster Fonds, der Max Otte Multiple Opportunities Fund, hat seit Auflegung im Dezember 2016 netto 48 Prozent für seine Investoren erwirtschaftet.

Zurück zu den Börsenprognosen Ottes: Drei Viertel sind bullish. Besonders stechen seine beiden Interviews Online hervor seine beiden Interviews mit dem Magazin Börse Online. Am 26. März 2009 sagte er dem Magazin auf dem Höhepunkt der Panik und dem Tiefstand der Märkte (der DAX stand kurzfristig unter 3.000 Punkten): “Ich fühle mich wie ein Junge im Süßwarenladen, wenn die Eltern und der Verkäufer nicht da sind.” Der Corona-Crash war der schnellste und heftigste Börsencrash seit 1900. Innerhalb von nur sechs Wochen verloren viele

Indizes 40 oder auch 50 Prozent. Erneut sagte Max Otte dem Magazin Börse Online am 4. April 2020 nahe dem Tiefstand der Märkte: “Ich fühle mich wieder wie ein kleiner Junge im Süßwarenladen.” Fast schon seltsam wirkte es, als Otte am 7. Februar 2016, als der DAX bei etwa 9.000 Punkten stand, ein Kursziel von 14.000 sah. Das entsprach zum damaligen Zeitpunkt einem Anstieg von 55 Prozent.

Eineinhalb Jahre später stand der DAX dann tatsächlich fast bei 14.000, aber erst 2021 überschritt der Index die Marke wirklich.

FAZIT Ottes Stil als “Panikmache” und “Geschäft mit der Angst” zu bezeichnen, wirkt überzogen. Der Manager zeigt sich in seinen Prognosen als Aktienbulle und als überlegter Investor. Seine Warnungen vor einem Kurseinbruch auf dem Fondskongress in Mannheim jeweils im Januar 2018 und 2019 und vor einem Weltsystemcrash im Oktober 2019 wirken heute berechtigt. Aber Aktieninvestor Otte verzichtet auch in Panikphasen nicht auf Aktien. Die Performance gibt ihm recht.

“ANGELEGT WIRD NACH DEM REINHEITSGEBOT DER KAPITALANLAGE”

Originalartikel: Sachwertmagazin 2021-03

 

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Jeder wird es schon einmal für sich selbst festgestellt haben: Man wird nun mal nicht jünger. Fast noch wichtiger: Dieses unabänderliche Statement ist in unseren modernen Zeiten nicht auf den Einzelnen beschränkt. Die demografische Entwicklung in den Industrieländern beweist es. Das durchschnittliche Alter der Bevölkerung steigt immer weiter. Ein Ende dieser Tendenz ist nicht in Sicht. „Schuld“ daran sind auch die Fortschritte und Innovationen durch Hersteller und Entwickler von Medizintechnik wie Medtronic.

Medtronic ist Weltmarktführer in vielen Bereichen der Medizintechnik. Vor allem in den Bereichen der Kardiologie (Herzschrittmacher, Herzklappen etc.) sowie Wirbelsäulenchirurgie (u.a. robotergesteuerte Führungsschienen) ist das Unternehmen stark aufgestellt. Mehr als die Hälfte aller weltweit implantierten Herzschrittmacher stammen von Medtronic. Auch Insulinpumpen und Beatmungsgeräte werden von Medtronic hergestellt. An der Börse weist der Konzern eine Marktkapitalisierung von knapp 142 Mrd. EUR aus. Die Produkte werden in rund 150 Ländern vertrieben.

Auch 2021 setzt Medtronic seinen Kurs mit Fokus auf Innovationen fort. Das Unternehmen hat in ausgewählten europäischen Ländern das Medtronic Extended Infusionsset eingeführt. Dabei handelt es sich um das erste und einzige Infusionsset, das bis zu sieben Tage lang getragen werden kann. Andere Infusionssets, die über den angefügten Schlauch Insulin von der Pumpe an den Körper abgeben, müssen fast täglich gewechselt werden.

Stabile Entwicklung durch Covid-19 kaum gebremst

Auch die Medtronic-Aktie blieb von dem Pandemieschock im Frühjahr 2020 nicht verschont. Das Papier erholte sich jedoch schnell und erreichte dabei Anfang dieses Jahres beinahe wieder das Allzeithoch aus dem Januar 2020. Auf Sicht von drei Jahren hat der Titel mehr als 40 % zugelegt. Vor allem aber die Dividendenhistorie ist beeindruckend. In den zurückliegenden 43 (!) Jahren steigerte der Medizintechnikspezialist die Ausschüttung ohne Unterbrechung in jedem Jahr. Die Steigerungsrate der letzten Dekade liegt bei 7 % p.a.

Ebenso überzeugt das nachhaltige Umsatzwachstum. Die Umsatzerlöse konnten über den Zeitraum von 2015 bis 2020 um durchschnittlich 7,4 % pro Jahr zulegen. Da der Umsatz der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2020 durch Corona beeinträchtigt wurde, ist auch eine Betrachtung von 2015 bis 2019 interessant. Denn in diesem Zeitraum konnten die Erlöse sogar um 10,8 % p.a. steigen.

Zwar erzielen viele wachstumsstarke Gesellschaften hohe Zuwachsraten beim Umsatz, oft geht das jedoch zulasten des Gewinns. Das versteht sich fast von selbst, denn das Umsatzwachstum wird nicht selten durch intensive Marketingmaßnahmen vorangetrieben. Bei Medtronic ist das völlig anders. Bei dem irischen Unternehmen wachsen die Unternehmensgewinne sogar schneller als die Umsatzerlöse. Von 2015 bis 2020 stieg der Gewinn um satte 16,6 % pro Jahr. 

Aktuelle Quartalszahlen belegen positive Tendenz

Medtronic hat vor wenigen Tagen (27.05.2021) sein Zahlenwerk vorgelegt und dabei die Gewinn- und Umsatzprognosen übertroffen. Im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2020/21, das am 30. April endete, wies der Konzern einen Gewinn je Aktie von 1,50 USD aus. Der Umsatz belief sich auf 8,19 Mrd. USD. Volkswirte hatten im Vorfeld der Quartalszahlen mit einem Gewinn je Aktie von 1,42 USD gerechnet, während der Umsatz auf 8,14 Mrd. USD geschätzt wurde. 

Fazit: Medtronic ist auf vielen Gebieten der Medizintechnik Weltmarktführer. Dabei sticht vor allem das große Innovationspotenzial hervor. Auch die robuste Umsatzentwicklung, die hohen Gewinnmargen wie die äußerst erfreuliche Dividendenpolitik halten wir für bemerkenswert. Dennoch stellt sich die Frage: Ist die Medtronic-Aktie zum aktuellen Zeitpunkt ein Kauf? Oder sollten Sie als Investor Vorsicht walten lassen und weitere Signale abwarten? Unsere Datenbank liefert Ihnen attraktive Geschäftsmodelle wie das von Medtronic. Dort beobachten und analysieren wir aktuelle Entwicklungen und halten Sie auf dem Laufenden. Die Datenbank stellt Ihnen wichtige Hinweise für Ihre persönliche Anlagestrategie zur Verfügung.    

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Was die Älteren von uns noch kennen, ist heutzutage nicht mehr vorstellbar: Rauchen in öffentlichen Gebäuden, im Büro oder an sonstigen Orten des öffentlichen Raums. Wir schauen heute belustigt zu, wenn in Filmen und Serien aus früheren Zeiten in Flugzeugen, beim Essen im Restaurant oder sogar im Behandlungszimmer des Hausarztes geraucht wird. Jahrzehntelange gesundheitspolitische Aufklärungsarbeit hat sich durchgesetzt. Rauchverbot ist heute Standard. In den modernen Fitness Lifestyle der Jugend passt die Zigarette schon längst nicht mehr hinein. 

Das spürt die Tabakindustrie nach einer langen Ära der goldenen Erträge deutlich. Gesundheitsbewusste Verbraucher, Werbeverbote und höhere Tabaksteuern haben eine Transformation des Geschäftsmodells erzwungen. In Deutschland wurden beispielsweise 2016 mit 75 Milliarden Zigaretten in Deutschland nur noch halb so viele verkauft wie im Jahr 2000. Im Schnitt kann man in Deutschland derzeit von einem Rückgang des Zigarettenverkaufs von 1 bis 2 % je Jahr ausgehen.

Kein Wunder also, dass die Tabakindustrie mit E-Zigaretten, Verdampfern und sonstigen „Zigarettenersatzprodukten“ alles unternimmt, um diese wegfallenden Umsätze anderweitig zu kompensieren. Und sie macht dies mit großem Erfolg. Wer hier mit innovativen Ideen und Produkten vorne mit dabei ist, steht vor großen wirtschaftlichen Potenzialen, denn der Weg zurück zum klassischen Glimmstängel scheint kaum wahrscheinlich. Ein riesiger Markt verlangt daher nach Alternativen.

Innovation aus Schweden

Das Unternehmen, welches hier heraussticht, ist Swedish Match. Der skandinavische Tabakkonzern ist vor allem für seine Snus-Produkte bekannt. Dies sind teebeutelähnliche Täschchen, welche mit Tabak gefüllt sind und durch das Einlegen in den Mund sowie leichtes Kauen langsam konsumiert werden. Daneben bietet das Unternehmen auch andere Varianten an, um Kautabak zu konsumieren, etwa in Form von Chewing Bags oder auch ganz ohne „Mantel“.

Die klassische „Zigarette“ hat das Unternehmen hingegen bereits vor längerem aus seinem Portfolio verbannt. 1999 trennte sich Swedish Match von diesem Bereich, nur noch ein kleines Zigarrensegment wird seitdem fortgeführt. Und die Ergebnisse, die Swedish Match jedes Jahr präsentiert, geben dem Unternehmen Recht. Es lässt sich in der Tabakbranche auch ohne die traditionellen Glimmstängel ordentlich verdienen. Während die großen Tabakgiganten Philipp Morris, Altria und BAT sich einem solchen Umwälzungsprozess gerade erst stellen (PMI ist von diesen dreien dabei am weitesten), hat Swedish Match diesen längst abgeschlossen.

Am Anfang waren die Streichhölzer

Der Firmenname „Swedish Match“ kommt nicht von ungefähr. Die Erfolgsgeschichte nahm tatsächlich mit Streichhölzern (engl.: „match“) ihren Anfang. Das Unternehmen hat zudem einen prominenten Gründer, nämlich den Börsenspekulanten Ivar Kreuger. Als Unternehmer war er spitze, denn er schuf mit Swedish Match ein regelrechtes Zündholzimperium mit Monopol in verschiedenen Ländern Europas. An den Kapitalmärkten hat er sich jedoch am Ende völlig verspekuliert. Sein Aufstieg und tragischer Fall wird in Der Zündholzkönig“ anschaulich geschildert.

Swedish Match hat die Investment-Sperenzchen seines Gründers nicht nur überlebt, sondern ist heute viel breiter aufgestellt als damals. Mit Streichhölzern alleine ist nämlich nicht mehr so viel zu verdienen. Dies ist im Unternehmen nur noch ein Randgeschäft. Noch etwa 7 % der Umsätze werden damit generiert. Zudem ist das Geschäft das margenschwächste (EBIT-Marge 19,3 %). Nur 4,1 % des operativen Gewinns entfallen auf das Segment Streichhölzer.

Es geht auch ganz ohne Tabak

Die Nachfrage nach rauchfreiem Tabakkonsum nimmt weltweit zu. Dies zeigt nicht zuletzt der Erfolg von IQOS (PMI und Altria) und Glo (BAT). Die Kautabakvarianten von Swedish Match bieten eine denkbare Alternative zu diesen Verdampfersystemen. Gerade in den USA, wo Kautabak schon seit jeher beliebt ist, bieten sich dem Unternehmen interessante Wachstumschancen – auch komplett ohne den Einsatz von Tabak. Während in Europa Snus das Hauptprodukt ist, finden vor allem in den USA die neuartigen Nikotin-Pouches großen Anklang. Diese sind deshalb besonders, weil sie – außer in Norwegen – gar keinen Tabak enthalten.

Damit geht Swedish Match noch einen Schritt weiter: Das Unternehmen bietet das Gefühl von Tabakgenuss, ohne dass Tabak im Spiel ist. Wichtigste Marke in diesem neuartigen Geschäft ist ZYN. Swedish Match kann von seinem First-Mover-Vorteil profitieren. Insbesondere in den USA verschaffte sich das Unternehmen einen großen Vorsprung. Die Pouches von Swedish Match wurden als erste tabakfreie Nikotinprodukte von der FDA zugelassen. Noch dazu erhielten die Produkte die Einstufung als „weniger gesundheitsschädlich“. Dies kann Swedish Match seitdem geschickt in seine Werbung verpacken. Im Segment Pouches verfügt Swedish Match in den USA über einen Marktanteil von 75 %. Auch bei klassischem Kautabak ist Swedish Match in den USA mit einem Marktanteil von 42 % führend.

Allgemein verfolgt das Management von Swedish Match die Strategie, mit diesen neuartigen Pouches seine „schwedische Erfolgsstory“ (die Raucherquote liegt in Schweden nur noch bei rund 5 %) in die Welt zu tragen. Das Unternehmen erwartet, dass in den nächsten Jahren stetig mehr Menschen das Rauchen aufgeben und auf Pouches umsteigen, die zwar Nikotin, aber keinen Tabak mehr enthalten. Das Unternehmen stützt sich dabei auf Studien. Diese sollen aufzeigen, dass Nikotin, abgesehen von der suchtbegünstigenden Wirkung, nicht gesundheitsschädlich sei. Das Problem sei stattdessen das Verbrennen von Tabak und das Inhalieren des Rauchs.

Noch kein Marktzugang für Nikotin-Pouches in der EU

Der größte Absatzmarkt für Nikotin-Pouches sind zurzeit die USA. Dort startet ZYN gerade richtig durch. Überhaupt erweisen sich die Pouches, überall dort, wo sie zugelassen sind, als Erfolg. Die Ab- satzmenge stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast 50 %. Dies verdeutlicht, welches Potenzial noch in Swedish Match steckt, sollte die EU ihre Regulierung des Tabakmarktes irgendwann ändern.

Außer in Schweden, Norwegen und der Schweiz sind die Produkte von Swedish Match im Rest Europas seit 1992 nämlich weitestgehend verboten. Im letzten Jahr wurde in Deutschland sogar der Kautabak von Swedish Match verboten. Hiergegen geht Swedish Match gerade gerichtlich vor. Aktuell ist nicht absehbar, ob oder wann sich daran etwas ändert. Sollte sich eines Tages die Gesetzeslage aber tatsächlich ändern, stünden Swedish Match auf einen Schlag völlig neue Märkte zur Verfügung.

Stabile Dividendenentwicklung seit 25 Jahren

Eine Dividende gibt es bei Swedish Match seit vielen Jahren. Seit 1996 wurde diese noch nie gekürzt, regelmäßig gab es Erhöhungen. Bei der Ausschüttungspolitik orientiert sich das Unternehmen am Free Cashflow. Die Ausschüttungsquote pendelt hier zwischen 40 und 60 %. Im April zahlte Swedish Match die Dividende für das Geschäftsjahr 2020. Je Aktie gab es 15,00 SEK. Jetzt nach dem erfolgten Split (1:10) bedeutet dies 1,50 SEK je Aktie. Aufgrund der positiven Historie würde es eher überraschen, wenn es nicht bei der nächsten Dividende für das Geschäftsjahr 2021 (erwartet im April 2022) erneut zu einer Steigerung kommen sollte.

Vorsicht ist jedoch die Mutter der Porzellankiste. Solange der Konzern sich dazu nicht äußert, wissen wir dies nicht mit Sicherheit. Doch selbst wenn die Dividende auf dem jetzigen Niveau bleiben würde, wäre die aktuelle Rendite passabel. 1,50 SEK auf den jetzigen Kurs von 76,90 SEK (31.05.2021) bedeuten immerhin knapp 2 %.

Aktiensplit 1:10

Anfang Mai führte Swedish Match einen Aktiensplit im Verhältnis 1:10 durch. Die Aktienzahl hat sich dadurch verzehnfacht, der Kurs je Aktie entsprechend um den Faktor 10 reduziert. Swedish Match erreicht damit, dass die Aktie für potenzielle Neuinvestoren optisch günstiger aussieht.

Doch ist die Aktie auch tatsächlich noch für einen Einstieg geeignet?

Mit rund 7,59 EUR notiert sie auf einem All Time High (der angesprochene Aktiensplit hat darauf keinerlei Einfluss). Ob sich ein Investment dennoch lohnt, hängt maßgeblich vom intrinsischen Unternehmenswert und seinen Zukunftsaussichten ab. In unserem Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor haben wir beides im Detail analysiert und den Inneren Wert errechnet sowie sinnvolle Kauf- und Verkaufsschwellen ermittelt. Auf diese Weise zeigen wir  Ihnen transparent auf, unter welchen Umständen Sie über eine Aufnahme dieses Titels in Ihr Anlageportfolio nachdenken könnten.

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Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Der Konkurrenzkampf um den Antrieb der Zukunft hat längst begonnen. Reiner E-Antrieb oder Wasserstoff? Jeder Autofahrer wird sich schon einmal damit befasst haben. Haben Sie sich bereits entschieden oder warten Sie noch ab? Zum jetzigen Zeitpunkt wird die Frage nicht eindeutig zu klären sein. Sicher scheint: Air Liquide ist gut gerüstet.

Der herkömmliche Verbrennungsmotor ist kaum noch zu retten. Was nun? Elektromotor und Brennstoffzelle haben derzeit beide (noch) Nachteile. Die Antriebsart, der es gelingt, diese am schnellsten abzustellen, hat die besten Chancen die Nummer 1 zu werden. Vielleicht gibt es aber auch eine dauerhafte Koexistenz und somit ein friedvolles Nebeneinander.

Der heute bereits produzierte Mercedes GLC F-CELL zum Preis von ca. 75.000 EUR beweist es. Das Fahrzeug ist eine Symbiose aus Batterie- und Brennstoffzellen-Antrieb. Es könnte die Lösung für die Mobilität der Zukunft sein. Beide Technologien ergänzen sich recht gut, da die Leistung und Dynamik der Batterie von der reichweitenstarken und schnell zu betankenden Brennstoffzelle unterstützt wird.

Elektro- und Brennstoffzellentechnologie boomen

Ebenso wie Autofahrer fragen sich Investoren, welcher Hype wohl der aussichtsreichste ist. Der jüngste Ausbruch bei Wasserstoffaktien ist fürs Erste vorbei. Titel wie Ballard Power, Nel Asa und Plug Power haben nach ihrem Hoch zu Beginn des Jahres wieder 60 bis 80 % ihres Wertes abgegeben. Sie notieren inzwischen wieder zu Kursen wie im November 2020.

Fokus auf Schwergewichte – Air Liquide mit guten Zahlen

Wir halten es für besser, sich als Anleger dem Thema Wasserstoff zu nähern, indem Sie auf die Schwergewichte der Branche setzen. Unser Favorit: Air Liquide. Das französische Unternehmen ist ganz vorne mit dabei: Gemeinsam mit Daimler, Linde, OMV, Shell und TOTAL hat Air Liquide 2015 das Joint Venture H2 MOBILITY Deutschland gegründet. Die Aufgabe: der schnelle, effiziente und flächendeckende Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für Brennstoffzellen-Autos.

Darüber hinaus ist Air Liquide auch im Bereich Brennstoffzellen aktiv. Das Unternehmen hat sich im vergangenen Jahr zu 18,6 % an Hydrogenics beteiligt. Für das Investment an dem kanadischen Hersteller von Brennstoffzellen zahlte der Konzern 20,5 Mio. USD. Ein weiterer Vorteil von Air Liquide: Gegenüber den kleinen und gehypten Wasserstoffunternehmen hat der Konzern das nötige „Kleingeld“, um sich in Projekte und Unternehmen einzukaufen, die vielversprechend oder sogar bereits etabliert sind. Nel Asa und Co. können ohnehin nur darauf hoffen, dass sie eines Tages ein möglicher Kaufkandidat sein werden.

Gute Zahlen – optimistische Erwartungen

Allerdings sind die Franzosen nicht nur auf dem Wasserstoffsektor tätig. Air Liquide ist insgesamt in Sachen Industriegase weltweit die Nr. 2, ganz dicht hinter Linde. Im ersten Quartal 2021 spielte dem Konzern insbesondere eine gute Nachfrage aus dem Gesundheitsbereich (Stichwort: Sauerstoff) in die Karten. Zudem hat der Konzern im vergangenen Jahr ein Sparprogramm eingeleitet. Laut Management konnten in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 95 Mio. EUR eingespart worden. Air Liquide liegt damit auf Kurs, die jährlichen Kosten um 400 Mio. EUR zu senken.

Jüngst vermeldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang um 0,7 % – von knapp 5,4 Mrd. EUR ging es runter auf 5,3 Mrd. EUR. Analysten hatten jedoch einen stärkeren Rückgang erwartet. Im Hinblick auf den Gewinn gibt sich Air Liquide zuversichtlich. Man wolle die operative Marge weiter steigern, um so ein wiederkehrendes Wachstum des Nettogewinns bei konstanten Wechselkursen zu erzielen.

Mit einer Marktkapitalisierung von derzeit rund 66,2 Mrd. EUR ist Air Liquide ein echtes Börsenschwergewicht. Aufgrund der guten Wachstumsperspektiven, der hohen Gesamtqualität und einer Dividendenrendite von derzeit rund 2,0 % beurteilen wir das Unternehmen durchaus positiv. Selbst dann, wenn sich die Wasserstofftechnologie nicht durchsetzen sollte.

Lohnt ein jetziger Einstieg?

Air Liquide ist neben seinem deutschen Konkurrenten Linde einer der ganz großen Player auf dem Wasserstoff-Markt. Dabei sehen wir die Franzosen sowohl im Hinblick auf die Ergebnisentwicklung wie die Bewertung in der Pole Position. Doch, ist die Aktie beim derzeitigen Kurs ein Kauf? Oder sollten Sie besser abwarten bzw. bestehende Posten noch nicht ausbauen? In unserer Datenbank finden Sie attraktive Geschäftsmodelle wie das von Air Liquide. Dort beobachten wir aktuelle Entwicklungen und halten Sie auf dem Laufenden.

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Prof. Dr. Max Otte

Wenn Sie als Privatinvestor an Schlüsselbranchen weit entwickelter Industrieländer denken, wird Ihnen wohl kaum die Produktion von Fahrradkomponenten oder die Fertigung von Angelsportzubehör einfallen. Sie vermuten hierin sicher eher eine unbedeutende Nischenexistenz. Aber auch eine solche Nische kann wirtschaftlich erfolgreich und durch solides Wachstum geprägt sein. Shimano beweist es.  

Das 1921 im japanischen Osaka gegründete Unternehmen ist Innovations- und Weltmarktführer bei Fahrradbestandteilen und Angelsportbedarf. Shimano ist zudem kein Zwerg: Mit mehr als 12.400 Mitarbeitern und einem Börsenwert von 16,4 Mrd. EUR handelt es sich mit Fug und Recht um einen ernstzunehmenden Konzern. 80 % des Umsatzes erwirtschaftet Shimano mit Fahrradkomponenten, 20 % mit Angelsportzubehör.

Europa ist mit 41,3 % des Umsatzes einer der wichtigsten Märkte des Unternehmens. Was auch nicht besonders verwundert, da das Radfahren auf unserem Kontinent weit verbreitet und sehr beliebt ist. Denken Sie nur an den Fahrrad-Kult in den Niederlanden oder Radsport-Events wie den Giro d’Italia oder die Tour de France.

Eine Triebfeder: Innovationsbereitschaft

Radfahren wird immer beliebter. Ob wegen der Parkplatznot in unseren Städten, aufgrund der Enge in öffentlichen Verkehrsmitteln während der Corona-Pandemie oder eines wachsenden Bewusstseins im Hinblick auf den Klimawandel. Gründe dafür gibt es viele. Wenn dann noch die Benutzung des geliebten Drahtesels immer komfortabler wird, umso besser.

Sei es bei Trekking- und Mountainbikes, bei Stadt- und Tourenfahrrädern oder Elektrobikes: Bei den meisten Varianten der umweltfreundlichen Fortbewegung hat Shimano in puncto Neuentwicklungen und Verbesserung die Nase vorn. Erst vor wenigen Wochen hat das Unternehmen einen neuen Linkglide-Antrieb auf den Markt gebracht, der wohl robuster und haltbarer ist als seine Vorgänger. Diese Innovation ist prädestiniert für E-Bikes, deren Absatz gerade massiv wächst.

 

Auf dem Weg zum „digitalen“ Fahrrad

Seitdem es E-Bikes gibt, werden die hierfür benötigten Batterien auch dafür genutzt, die Räder mit elektronischen Hilfsmitteln zu versorgen. Shimano hat zu diesem Zweck eine eigene Smartphone-App auf den Markt gebracht: das E-TUBE-PROJECT. Mithilfe dieser App können Radfahrer individuelle Einstellungen an den elektronischen Komponenten vornehmen. Auf diese Weise ist es möglich, dass Drehmoment für E-Mountainbikes oder die automatische Gangwechselfunktion (vergleichbar mit dem Automatikgetriebe eines PKW) angepasst werden.

Solide Zahlen, sehr gute Perspektiven

Sie sollten Shimano absolut als solides Unternehmen betrachten, denn seit Jahren liegt die Eigenkapitalquote bei rund 90 %. Hinzu kommt: im vergangenen Jahr freuten sich die Aktionäre über eine Dividendenrendite von 1,5 %. Auf Sicht von drei Jahren stieg der Kurs der Shimano-Aktie um über 50 % auf heute (Stand: 27.05.2021) 188,60 EUR.

Der Umsatz kletterte seit 2016 kontinuierlich um etwa 4 % pro Jahr. Allerdings verbuchte Shimano im ersten Quartal 2021 auf der Umsatzseite ein Plus von 64,4 %. An der Stelle, wo im Vorjahr 76,9 Mrd. JPY (ca. 580 Mio. EUR) standen, weist das Unternehmen nun Erlöse in Höhe von 126,4 Mrd. JPY (ca. 950 Mio. EUR) aus.

Quelle: Bloomberg

Der Umsatzanstieg im ersten Vierteljahr 2021 ist erstaunlich. Denn gerade in diesem Zeitraum musste der Komponentenhersteller aufgrund von Corona-Clustern etwa in Fabriken in Malaysia oder anderswo in Asien Teile der Produktion stilllegen. Zusätzlich muss Shimano beim Export nach Europa derzeit auf (teurere) Luftfracht ausweichen. Die Nachfrage nach Frachtcontainern ist im Moment derart hoch, dass diesbezüglich ein Mangel besteht.

Shimano hat seine Prognose für das Gesamtjahr 2021 erhöht. Nun geht der Konzern von einem Nettoumsatz von 455,5 Mrd. JPY (3,6 Mrd. EUR), einem Betriebsergebnis von 105 Mrd. JPY (829,0 Mio. EUR) und einem Nettogewinn von 76,5 Mrd. JPY (604,0 Mio. EUR) aus. Die Zahlen liegen (genau in dieser Reihenfolge) 20,5, 27 und 20,5 % über der vorab kommunizierten Jahresprognose.

Steigende Gewinne und stabile Dividende

Nachhaltig investieren – wir unterstützen Sie dabei

Shimano ist ein Qualitätsunternehmen. Doch stimmt im Moment auch der Preis? In unserem Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor überprüfen wir dies regelmäßig. Wir spüren attraktive Geschäftsmodelle wie das von Shimano auf und tracken diese in unserer Datenbank fortlaufend. In unseren Analysen ermitteln wir den Inneren Wert sowie geeignete Kauf- und Verkaufsschwellen. Damit geben wir Ihnen das Werkzeug, was Sie für eine nachhaltige Anlagestrategie brauchen.

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Prof. Dr. Max Otte

Die Energiebranche ist mitten in einem Umbruch. Kohle- und Atomausstieg, Ausbau von erneuerbaren Energien und grundsätzliche Einsparung von Verbrauch und Emissionen sind die großen Energie-Themen unserer Zeit. Dennoch ist die weltweite Nachfrage weiterhin hoch. Energie wird schließlich immer benötigt – egal ob im industriellen oder privaten Umfang. Ein Rohstoff ist in diesem Zusammenhang unverzichtbar: Erdgas.

Erdgas ist eine tragende Säule in der Energieversorgung. Ein knappes Viertel der weltweiten Primärenergie wird in Form von Erdgas verbraucht. In Deutschland ist Erdgas nach Mineralöl der zweitwichtigste Energieträger. 

Der größte Einsatzbereich ist Wärmeerzeugung. Daneben spielt Erdgas bei der Stromversorgung eine wichtige Rolle im Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien. Auch in den Bereichen Logistik und Mobilität kommt Erdgas als Primärenergieträger mehr und mehr zum Einsatz, da es im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern wesentlich klimafreundlicher ist.

Nordstream 2: 1230 Kilometer mit großem politischen Konfliktpotenzial

Wenn wir über Erdgasversorgung in Deutschland und Europa sprechen, ist ein Unternehmen allgegenwärtig: Gazprom. Dabei ist die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens maßgeblich geprägt von der medialen Berichterstattung zum Thema Nordstream 2. Die Ostsee-Pipeline befindet sich kurz vor ihrer Fertigstellung.

Am Nordstream 2-Projekt hängt nicht nur Gazprom, auch etliche westeuropäische Firmen sind involviert. So zum Beispiel E.ON, Shell und die österreichische OMV. Auch ihre Investitionen wären bei einem „Aus“ des Pipeline-Projekts umsonst. Die deutsche Regierung befindet sich im Moment in einem Dilemma und ist hinsichtlich Nordstream 2 uneins und zwiegespalten.

Unterschiedliche globale Interessen haben den Bauprozess monatelang unterbrochen. Doch dieser Hindernisse zum Trotz fehlen dem 10 Mrd. EUR schweren Projekt laut Betreibergesellschaft nur noch 30 Kilometer Rohrleitungen in deutschen und 120 Kilometer in dänischen Gewässern. Auf deutschen Teilstrecken darf zumindest schon einmal weitergebaut werden.

Gazprom ist weit mehr als Nordstream 2

Als Analysten und Investoren betrachten wir bei Der Privatinvestor Gazprom als Ganzes. Das Unternehmen ist viel mehr als Nordstream 2. Das Kerngeschäft hat schließlich schon vor dieser neuen Pipeline funktioniert und dies sollte es auch in Zukunft.

Die Spannungen zwischen dem Westen und Russland haben aktuell wieder zugenommen. Die damit verbundenen politischen Unsicherheiten können sich auch auf Gazprom und damit auf den Kurs der Aktie auswirken. Dies müssen Anleger bei einem Engagement unbedingt im Hinterkopf behalten. Das Geschäft ist trotz politischer Risiken aus mehreren Gründen interessant – und das unabhängig davon, wie es mit Nordstream 2 weitergeht:

  1. Erdgas ist für die Energieversorgung essenziell. Der Bedarf wird weiter steigen.
  2. Europa braucht Gazprom als Lieferanten, umgekehrt aber nicht unbedingt.
  3. Mit China hat Gazprom einen neuen Großkunden an der Angel.

Deutschland braucht Gazprom

Europa ist noch der größte Abnehmer von russischem Gas. Insbesondere Deutschland ist ein wichtiger Kunde. Ein „Bruch“ mit Gazprom als Lieferanten würde dem Unternehmen kurzfristig durchaus zusetzen. Zum einen hat Russland mit China jedoch bald einen neuen und noch viel größeren Abnehmer erschlossen. Zum anderen halten wir es für recht unwahrscheinlich, dass Deutschland (und auch andere europäische Länder) Gazprom als Bezugsquelle komplett abservieren wird. Deutschland ist mit knapp 60 % Abdeckung seines Gasbedarfs hochgradig abhängig von Gazprom.

Ohne Gas aus Russland könnte der Bedarf kaum gedeckt werden. Die Nachfrage nach Gas insgesamt wird zudem weiter steigen. Noch im Herbst letzten Jahres bestätigte Peter Altmaier in einem Interview, dass die Gasimporte nach Europa weiter steigen werden. Gründe dafür sind erstens die sinkende eigene Förderung und zweitens die geplante Abschaltung der Atom- und Kohlekraftwerke. Gazprom hat sich in der Vergangenheit als zuverlässiger Partner für Importe nach Deutschland erwiesen, weswegen rational betrachtet die Importe eher zu- als abnehmen sollten.

Die Zukunft für Gazprom liegt in Asien

Seit einigen Jahren orientiert sich Gazprom zunehmend stärker in Richtung Asien. Das aus gutem Grund. China ist nicht nur am „energiehungrigsten“ sondern noch dazu der direkte Nachbar von Russland. Über seine neue Pipeline „Power of Siberia“ deckt Gazprom im Moment zwar nur rund 10 % des chinesischen Energiebedarfs. Dies wird sich in den nächsten Jahren aber ändern. Eine Erhöhung der Liefer- bzw. Abnehmermengen ist schon vertraglich vereinbart. Spätestens 2030 will China 20 % seines Energiebedarfs über diese eine Röhre decken.

Welches Potenzial sich für Gazprom mit China als neuem Großkunden ergibt, wird deutlich, wenn wir uns den Gasbedarf der Volksrepublik genauer ansehen. 2019 verbrauchte China 306 Mrd. Kubikmeter. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 88 Mrd. Kubikmeter. Schon jetzt ist also der Bedarf in China 3,5-mal so hoch. Bis 2035 soll sich der Gasbedarf nochmals in etwa verdoppeln.

Weitere Pipeline durch die Mongolei geplant

Der Energiehunger Chinas legt nahe, dass es nicht bei der einen Pipeline bleiben wird. China und Gazprom denken tatsächlich teilweise schon sehr konkret über den Bau weiterer Pipelines nach. Es wäre durchaus denkbar, dass Russland damit eines Tages 30 % oder mehr des chinesischen Gasbedarfs decken könnte.

Neu ist, dass auch eine Pipeline durch die Mongolei nach China führen soll. Hierzu wurde mit der Regierung eine Absichtserklärung unterzeichnet. Speziell darüber sprach das Management von Gazprom auf einer Veranstaltung im Juli letzten Jahres. Bei der Pipeline soll es um eine Transportkapazität von 50 Mrd. Kubikmeter Erdgas pro Jahr gehen. Die Kapazität wäre damit vergleichbar mit der von Nordstream 1 (und Nordstream 2, wenn sie denn in Betrieb geht).

Zusätzliches Geschäftsfeld: Die Heliumproduktion

Denken Sie bei Gazprom noch an etwas anderes als an Erdgas? Sehr wahrscheinlich nicht. Dabei sind auch andere Betätigungsfelder des Konzerns nicht zu unterschätzen. Ende September veröffentlichte Gazprom seine Pläne zum Ausbau der Heliumproduktion.

Die Einsatzzwecke für Helium sind vielfältig: Im Medizinbereich ist Helium sehr gefragt. MRI-Scanner beispielsweise werden mithilfe von Helium gekühlt. Dies macht sogar 20 % des derzeitigen Gesamtverbrauchs aus. Überhaupt spielt Helium in der Kühltechnik eine wichtige Rolle. Weitere Einsatzbereiche sind deshalb in der Industrie zu finden – beispielsweise die Halbleiterindustrie. Auch in der Lebensmittelindustrie wird mit Helium gearbeitet (ebenfalls zur Kühlung). Bei Schweißarbeiten dient Helium als Schutzgas.

Mit dem aktuellen Ausbau sollen sich die Kapazitäten verdreizehnfachen! Der Ausbau der Amur Gasverarbeitungsfabrik sei aktuell zu 66 % abgeschlossen. Neben der Stätte zur Gewinnung des Edelgases befindet sich am Standort direkt auch ein Hub, über welchen das gewonnene Helium überwiegend an ostasiatische Abnehmer geliefert werden kann.

Helium wird weltweit nur von wenigen Ländern produziert. Führend sind die USA, welche auch die größten Reserven besitzen. An zweiter Stelle steht Algerien und auf Platz 3 Russland. Eine Rangliste nach Unternehmen haben wir bislang nicht aufspüren können, aber wenn Gazprom seine Ankündigung wahr macht und seine Produktionsmenge vervielfacht, können sich die anderen Mitspieler warm anziehen.

Steigende Gewinne und stabile Dividende

Aufgrund milderer Temperaturen und voller Vorratsspeicher in Europa bestand in der Wintersaison 2019/20 ein geringerer Heizbedarf als üblich, die Gaspreise sanken. Ein Jahr später verhielt es sich genau umgekehrt. Wir hatten einen sehr kalten Winter (= höherer Heizbedarf). Der Speicherfüllstand in Europa rutschte unter den Durchschnitt der letzten Dekade und die Energiepreise zogen im Vergleich zum Vorjahr um 27 % an. Gegenüber dem Vorjahr weist das Nettoergebnis von Gazprom im vierten Quartal 2020 deshalb ein Plus von 129 % auf.

Auch bei der Dividende kann Gazprom punkten. Der Konzern kündigte an, die jährliche Ausschüttungsquote schrittweise auf 50 % hochzufahren. 2022 sollte es soweit sein. Nun setzt Gazprom dies schon ein Jahr früher um. Der Ausschüttungsbetrag je Aktie ist dadurch – trotz deutlich schwächerem Nettoergebnis – nicht sehr viel geringer als im Vorjahr. Es wird diesmal je Aktie 12,55 RUB geben. Bei dem aktuellen Kurs entspricht dies einer Dividendenrendite von 5,1 %.

Da sich die Dividendenpolitik von Gazprom am Gewinn orientiert (bei manchen Unternehmen ist es der Cashflow) und Gewinne bei einem solch zyklischen und noch dazu politisch beinflussbarem Geschäft eben schwanken können, kann auch die Dividende im Zeitverlauf schwanken. Mit dem russischen Staat als Großaktionär können wir aber davon ausgehen, dass Gazprom stets bemüht sein wird, die Auszahlung am oberen Ende der möglichen Bandbreite anzusetzen.

Kaufen, halten verkaufen?

Die Zukunftsaussichten von Gazprom sehen – den politischen Unwägbarkeiten zum Trotz – gut aus. Daneben kann auch die besondere Rolle des russischen Staates in der Dividendenpolitik des Unternehmens als durchaus „anlegerfreundlich“ bezeichnet werden. Nicht zuletzt steht des Thema Energieversorgung in Kombination mit den russischen Erdgasvorkommen für ein in jedem Fall interessantes Geschäftsmodell.

Derzeit notiert die Aktie auf einem Jahreshoch knapp über 7 USD. Was dies im Langfristvergleich und gemessen an den Zukunftsperspektiven bedeutet – neben dem kurzen Sprung im Jahr 2008 auf über 30 USD lag der Kurs in den letzten zehn Jahren diverse Male über und um die Marke von 10 USD –haben wir in unserem Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor im Detail analysiert. Wir haben nicht nur den Inneren Wert des Unternehmens errechnet, sondern auch sinnvolle Kauf- und Verkaufsschwellen ermittelt.

In unserer Datenbank finden Sie darüber hinaus immer mindestens 60 bis 70 Aktientitel, die wir auf vergleichbare Weise unter fortlaufender Beobachtung halten und Ihnen als Privatanleger zugänglich machen.

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Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

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„Krisensichere Investments“ – davon kann man derzeit nicht genug im Portfolio haben. Doch was heißt „krisensicher“ überhaupt? Aktienkurse können schließlich immer schwanken. Kein Unternehmen – egal welche Branche und egal welche Marktposition – ist davor gefeit. Bei dem Börsenbeben vor rund einem Jahr wurde dies wieder einmal deutlich. Selbst Konsumgütergiganten wie Coca-Cola, Procter & Gamble oder Nestlé mussten herbe Rückschläge einstecken. Dabei galten derartige Aktien doch bislang vielerorts als „sicher“ und eben typische Langfrist-Aktien.

Das sind sie aus unserer Sicht immer noch. Ihr Geschäftsmodell ist nämlich nach wie vor nahezu unverwüstlich. Mineralwasser, Babynahrung, Toilettenpapier, Haarshampoo, Waschmittel, Zahnpasta – all diese Produkte ge- und verbrauchen wir tagtäglich. Die regelmäßige Wiederbeschaffung (= sichere Einnahmequelle für Hersteller) ist daher garantiert – und das auch, wenn die Welt gerade mit einer Pandemie oder einer anderen Krise zurechtkommen muss.

Eine gewisse Grundversorgung muss immer gewährleistet sein. Wir alle haben es erlebt. Während des Lockdowns war alles geschlossen – bis auf Geschäfte der Grundversorgung. Um die Grundversorgung zu sichern, durften auch die Produktionsbänder von Nahrungsmittel- und Hygieneartikel-Herstellern nicht vollständig stillstehen. Auch wenn an der einen oder anderen Stelle Umsätze vorrübergehend weggebrochen sind – bei Coca-Cola zum Beispiel im Gastronomie- und Eventsektor – haben Hersteller von Gütern des Grundbedarfs die besten Karten, nicht nur die aktuelle Pandemie, sondern jede erdenkliche Krise zu überstehen. TT

Genau das macht ein „krisenresistentes“ Investment aus. Starke Grundbedarfs-Player sind somit eine wichtige Säule in einer stabilen, wertbasierten Anlagestrategie. Denn: Gegessen, getrunken, gewaschen und geputzt wird immer. Ein Unternehmen, das wir bei Der Privatinvestor in diesem Zusammenhang schon seit längerem verfolgen und bewerten, ist Unilever.

Erfolgskonzept: Die Clevere Kombination von Food und Non-Food

Unilever hat eine spannende Geschichte: 1929 schlossen sich der niederländische Margarinehersteller Unie und der britische Seifenhersteller Lever Brothers zusammen. In den kommenden Jahrzehnten stieg das so entstandene Unternehmen, das seine Herkunft bis heute im Namen trägt, zu einem der größten Player im Konsumgüter-Business auf.

Das ursprünglich niederländisch-britische Unternehmen Unilever ist mit einem Jahresumsatz von über 50 Mrd. EUR (2020), knapp 150.000 Beschäftigten und über 400 Marken in über 190 Ländern einer der größten Konsumgüterhersteller der Welt. Anders als beispielsweise Procter & Gamble oder Henkel, die rein auf Non-Food-Produkte konzentriert sind, oder der Konzern Nestlé, der quasi ausschließlich im Nahrungsmittelsegment tätig ist, decken die Geschäftsbereiche von Unilever sowohl den Food- als auch den Non-Food-Bereich ab. Wir finden dies eine sehr kluge Kombination.

Unilever punktet mit segmentübergreifendem Portfolio

Kundenbindung durch starke Marken

Das Markenportfolio von Unilever ist beachtlich. Lassen Sie uns ein kleines Experiment starten: Öffnen Sie doch heute einmal Ihren Vorratsschrank. Kommt Ihnen nicht zumindest eine der oben genannten Marken entgegen? Dann sind Sie – ohne es zu wissen – vielleicht schon lange „Stammkunde“ bei Unilever.

Auf den ersten Blick handelt es sich bei vielen Produkten um homogene Güter, die leicht austauschbar sind. Ein Kunde, der einen neuen Badreiniger braucht, kauft zum Beispiel vielleicht immer das Reinigungsmittel, welches gerade im Angebot ist. Oder es wird mal das eine, dann das andere Duschgel ausprobiert. Durch gute Markenführung und klare Alleinstellungsmerkmale, wie beispielsweise Qualität oder Geschmack bei Nahrungsmitteln, schafft es Unilever jedoch, Kunden langfristig an sich zu binden.

Sind Kunden erstmal mit einem hochwertigen Produkt zufrieden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie dieses regelmäßig kaufen werden. Der Preisaspekt spielt für überzeugte Kunden eine weniger große Rolle als für Erstkäufer, die zunächst testen möchten. Diese Kundenbindung fördert insbesondere den Absatz neuer Produkte einer Marke. So wird sich ein zufriedener Axe-Nutzer leichter von einem neuen Axe-Duft überzeugen lassen. Auf diesem Weg entsteht Unilever ein großer Pluspunkt bei den Margen. Denn für bekannte Marken lassen sich höhere Preise durchsetzen als für No-Name-Ware ohne Wiedererkennungswert.

Struktur wird verschlankt, Angebot bleibt breit

Der Unilever-Konzern trat nach außen schon immer als ein einziges Unternehmen auf, obwohl er bis vor kurzem eine sehr spezifische Doppelstruktur aufwies. Bis letztes Jahr gab es sogar zwei gleichberechtigte Firmenteile mit jeweils eigenen Aktien: die niederländische Unilever N.V. sowie die britische Unilever PLC. Nach gerichtlicher Zustimmung 2020 sind der britische und niederländische Teil des Unternehmens nun zur Unilever PLC verschmolzen. Der Hauptsitz wurde vollständig nach London verlegt. Zuvor hatte Unilever einen weiteren Hauptsitz in Rotterdam.

Im operativen Geschäft, an den Standorten, Aktivitäten oder am Personal in beiden Ländern soll es jedoch keine Veränderungen geben. Auch der Handel an den Börsenplätzen London und Euronext-Amsterdam soll bleiben. Bis jetzt wurde jedenfalls nichts Gegenteiliges angekündigt. Die zuvor separaten Aktiengattungen wurden lediglich verschmolzen, indem die bisherigen Aktien der niederländischen Gesellschaft Unilever N.V. in Aktien der Unilever PLC umgewandelt wurden.

Solide Aussichten für die Zukunft

Uns gefällt es, wenn Unternehmen nicht nur durch Übernahmen wachsen, sondern auch durch eigene Kraft. Getrieben wurde dieses Wachstum zum einen von einer sehr erfreulichen Absatzentwicklung (4,7 %). Aber auch kleinere Preiserhöhungen waren drin. Während die Nachfrage nach Kosmetikartikeln nur leicht anstieg, konnte der britische Konzern vor allem seine Lebensmittelprodukte gut verkaufen. Da die Gastronomie geschlossen hatte, gönnten sich Verbraucher eben mehr Eiscreme zu Hause.

Für das Gesamtjahr erwartet das Management ein organisches Umsatzwachstum zwischen 3 und 5 %. Die EBIT-Marge soll leicht steigen. Gleichzeitig befürchtet Unilever zwar, sich steigenden Kosten für Logistik und Material stellen zu müssen. Insgesamt erwarten wir aber, dass sich das Geschäft solide entwickeln wird.

Argument: Dividende

Ein Grund, warum wir Unilever bei Der Privatinvestor in die Datenbank aufnahmen, ist die zuverlässige Dividende. Das Unternehmen schüttet seit 1937 eine Dividende aus und zählt zu den europäischen Dividendenaristokraten, also jenen Unternehmen, die ihre Dividende über mehr als 20 Jahre ununterbrochen steigern konnten. Aktuell stagniert diese Steigerungsrate zwar erstmalig, die Dividende bleibt aber immerhin stabil.

Die erste Teilauszahlung für das laufende Geschäftsjahr winkt im Juni. Es werden 0,3719 GBP ausgezahlt werden. Im Gesamtjahr gibt es damit nach jetzigem Stand 1,4876 GBP. Zum jetzigen Kurs ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von 3,4 %. Das kann sich sehen lassen, insbesondere, da Großbritannien weiterhin auf eine Quellensteuer verzichtet.

Lohnt sich der Einstieg?

Krisenfester Dividendenkönig hört sich natürlich erstmal verlockend an. Wir bewerten das Unternehmen als sehr gesund und stabil. Die Zukunftsaussichten sehen ebenfalls vielversprechend aus. Insofern ist Unilever sicher ein interessanter Aktientitel. Ob beziehungsweise wann sich ein Einstieg lohnt, hängt dabei maßgeblich vom aktuellen Kurs ab. Dieser liegt mit knapp unter 50 EUR aktuell im ungefähren Jahresmittel.

In unserem Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor haben wir uns im Detail mit der Bewertung von Unilever befasst. Wir haben nicht nur den Inneren Wert errechnet, sondern auch sinnvolle Kauf- und Verkaufsschwellen ermittelt. So machen wir für Sie transparent, zu welchen Einstiegskonditionen sich das Aktienpotenzial von Unilever für Sie rechnen kann.       

So gehen wir übrigens bei allen Unternehmen vor, die wir analysieren und in unsere Datenbank aufnehmen. Insgesamt haben wir ständig immer mindestens 60 bis 70 Aktientitel unter fortlaufender Beobachtung.

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