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von Henning Lindhoff, Redakteur Der Privatinvestor, am Donnerstag, den 26. November 2020

Heute, am 26. November 2020 den großen Gewinner des Impfstoff-Wettrennens zu prognostizieren ist sehr schwierig. Eine Wette gebe ich nicht ab. Ich zeige Ihnen stattdessen, wie der aktuelle Stand bei Moderna und Pfizer aussieht. Und ich erkläre Ihnen, warum Sie vorsichtig sein sollten, wenn andere in der Corona-Pandemie gierig werden.

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Lassen Sie sich nicht hetzen!

Die Gier auf dem Feld der Corona-Impfstoffe ist momentan groß. Bleiben Sie bitte geduldig. Und auch wenn Sie in den kommenden Wochen nicht 400 Prozent Rendite mit kurzfristigen Trades machen werden, bietet die Gesundheitsbranche ein ordentliches Langzeitpotenzial.

Das Wettrennen ist vor allem eines: gute PR

Die Meldungen der vergangenen Wochen waren Vorabinformationen, oftmals der schlichten Tatsache geschuldet, dass börsennotierte Unternehmen dazu verpflichtet sind, kursrelevante Nachrichten frühzeitig öffentlich bekanntzugeben. Solche Informationen sollten wir Anleger immer sehr kritisch betrachten. In erster Linie läuft aktuell ein PR-Rennen. Auch deshalb wird jeder Wirksamkeitswert in der nächsten PR-Meldung überboten.

Die Trommel wird auch in China geschlagen: Am gestrigen Mittwoch hat die China National Biotec Group die Zulassung eines Corona-Impfstoffs für die breite Öffentlichkeit beantragt. Mutterkonzern ist Sinopharm. Ihr CEO äußerte sich dazu auf WeChat und gab zu bedenken, dass der Impfstoff vor allem für Chinesen, die ins Ausland reisen, produziert werde – beispielsweise im Zuge der Belt-and-Road-Initiative. Der Hersteller, die China National Biotec Group arbeitet hier mit klassischen Totimpfstoffen, die jahrelang in einem normalen Kühlschrank gelagert werden können. Die Wirksamkeit soll bei 99 Prozent liegen.

Im Westen haben sich Pfizer und Moderna im viel beschworenen Coronavirus-Impfstoff-Wettlauf an die Spitze gesetzt. Pfizer und sein Partner Biontech waren die Ersten, die eine Notfallgenehmigung für ihren Forschungsimpfstoff beantragten. Moderna wird spätestens im Dezember nachziehen.

Am 10. Dezember wird das Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee der FDA zusammenkommen, um die Daten von Pfizer zu diskutieren und eine Empfehlung abzugeben. Die FDA muss dem Rat dieses Ausschusses nicht folgen, aber die Worte der Experten haben hohes Gewicht.

Wir wissen also, dass Pfizer zeitlich in Führung liegt. Doch Moderna könnte nur Wochen oder sogar Tage in Rückstand liegen, wenn das Unternehmen noch vor Ende dieses Monats ebenso eine Notfallzulassung beantragen sollte. Die Voraussetzung dafür ist, dass Moderna noch im November in einer Studie positive Zwischenergebnisse erzielt.

Der Max Otte Vermögensbildungsfonds

Wir halten aktuell wieder über 25% liquide Mittel. Einen kleinen Teil davon, rund 1,2% unseres Fondsvolumens, sind in kurzlaufende Unternehmensanleihen angelegt, um Negativzinsen zu vermeiden. Wir beobachten die Märkte sehr genau und warten auf gute Gelegenheiten, um attraktive Unternehmen bei einer nächsten Korrektur günstig zu kaufen. Zoomt man aus der aktuell volatilen Zeit heraus, performte der Max Otte Vermögensbildungsfonds seit unsere Strategieschwenks im Sommer 2016 einem soliden Plus von 36,8%. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 7,6%. Damit stehen wir in an der Spitze unserer Vergleichsindizes. Der DAX erwirtschaftete ein Plus von 31,8%, der MSCI World EUR schaffte +35,7%, der SMI +27% und der Euro Stoxx 600 performte mit mageren +11,5% in demselben Zeitraum.

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Nicht nur der erste Platz ist lukrativ

Auch wenn Moderna erst im Dezember vor die FDA treten sollte, ist das Unternehmen alles andere als abgeschlagen. Der Markt der Corona-Impfstoffe ist groß und viele Unternehmen haben noch realistische Chancen auf ihren Anteil. Die Genehmigungen und Zulassungen in anderen Ländern werden den Aktienkursen der Impfstoffentwickler auch in Zukunft Schübe geben.

Die Europäische Arzneimittelagentur hat mit der fortlaufenden Überprüfung der Kandidaten beider Unternehmen begonnen. Einigen Medienberichten zufolge könnten Großbritanniens Regulierungsbehörden den Impfstoff von Pfizer noch am kommenden Wochenende genehmigen.

Gegenüber Pfizer hat Moderna einen wichtigen Vorteil

Der Impfstoff von Moderna kann bis zu einem Monat bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden. Über diesen Zeitraum hinaus muss er bei Standard-Gefriertemperaturen gelagert werden. Das bedeutet, dass für den Transport und die Lagerung des Impfstoffs keine spezielle Ausrüstung erforderlich sein wird.

Der Impfstoffkandidat von Pfizer erfordert hingegen eine Temperatur von minus 75 Grad Celsius. Das bedeutet, dass normale Kühl- und Gefrierschränke nicht ausreichen werden. Um das Problem zu lösen, hat Pfizer spezielle Transportbehälter mit Trockeneis entwickelt. Sie können sogar als Zwischenlager für bis zu 15 Tage verwendet werden. Da Versand und Transport jedoch eine größere Herausforderung darstellen, könnte Pfizer letztendlich Marktanteile an Moderna oder andere Akteure verlieren.

Aus dieser Warte betrachtet, besitzt Moderna trotz des zeitlichen Rückstands die besseren Chancen.

„Es wächst auch die Befürchtung, dass sich amerikanische und chinesische Großkonzerne die preiswerten deutschen Mittelständler unter den Nagel reißen, insbesondere, wenn sie familiengeführt sind und nachhaltige Geschäftsmodelle präsentieren.

– Beate Sander –

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Wir Value-Investoren versuchen, Aktien oder andere Vermögensgegenstände zu finden, die wir deutlich unter ihrem eigentlichen intrinsischen Wert erwerben können. Wenn wir solche Kaufgelegenheiten finden, kaufen wir, wenn wir keine unterbewerteten Aktien finden, bleiben wir geduldig und halten unser Pulver trocken.

Wir Value-Investoren kaufen günstige Aktien guter Unternehmen und verkaufen diese dann zu einem höheren Preis, wenn der Markt ihren wahren Wert erkannt hat oder gar wieder überschätzt. Wir können eine gute Rendite mit angemessener Sicherheit erwirtschaften, wenn wir solche Anteile an einem guten Unternehmen zu einem sehr günstigen Preis bekommen können.

Einige Biotechs setzen (zu) viel auf Corona

Biotech-Unternehmen, deren Produkte sich noch in klinischen Studienphasen befinden, reagieren sehr sensibel auf Nachrichten, sodass Sie als Anleger eine äußerst volatile Aktienperformance einkalkulieren sollten. Moderna ist in diesem Jahr bereits um mehr als 400 Prozent gestiegen, während Pfizer stagnierte.

Um in naher Zukunft profitabel arbeiten zu können, braucht jedes junge Unternehmen in der Medizinbranche ein erfolgreiches neues Produkt. Corona bietet hier selbstverständlich große Chancen.

Große Platzhirsche wie Pfizer sind weniger abhängig vom Virus. Sie können auf ihre riesige Produktpalette vertrauen.

Vorsichtige Investoren sind mit Pfizer womöglich besser beraten

Auch ohne durchschlagenden Impferfolg scheint der Cashflow in Zukunft weitgehend gesichert zu sein. Corona ist hier in gewisser Weise nur ein lukrativer Bonus.

Schauen wir also einmal auf die Zahlen des Unternehmens und die Bewertung seiner Aktie: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23 und einer PEG Ratio von 5 ist Pfizer sportlich bewertet. Der Gewinn pro Aktie stieg im Schnitt der letzten 10 Jahre um 8,8 Prozent pro anno, der Umsatz um 0,3 Prozent. In den letzten beiden Jahren sank der Free Cashflow um 4 bzw. 26 Prozent. Für die letzten 12 Monate beläuft er sich auf 10,3 Mrd. USD. Die Nettomarge liegt bei 17 Prozent, die Pay-out Ratio bei sehr hohen 96 Prozent.  Pfizer hat eine lange Tradition als Dividendenzahler und vor wenigen Tagen seine 328. Quartalsdividende in Folge verkündet. Die jährliche Dividende des Unternehmens beläuft sich auf 1,52 USD pro Aktie, was einer aktuellen Dividendenrendite von 4,2 Prozent entspricht.

Noch einmal zusammengefasst:

Bleiben Sie bitte geduldig!

Die News überschlagen sich und viele Anleger werden gierig in der Corona-Pandemie. Da schrillen bei uns Value-Investoren die Alarmglocken. Langfristig gibt es einige interessante Pharma-Unternehmen – unabhängig von Corona. Nehmen Sie sich in jedem Fall die nötige Zeit, die Unternehmen tiefgehend zu analysieren.

Mit den besten Grüßen,

Ihr

Henning Lindhoff

Redaktion Der Privatinvestor

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Blicken wir einmal rational und emotionslos auf die Aktie: Das Papier ist in den vergangenen zwölf Monaten bereits über 380 Prozent gestiegen. Zum aktuellen Kurs von 101 USD ist das Unternehmen mehr als sportlich bewertet: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 149, das Kurs-Cashflow-Verhältnis bei 55 und das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 14. Moderna wies bis 2019 stets einen negativen Free Cashflow aus. Auch die Margen waren bis zuletzt negativ. Erst im letzten Quartal konnten Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert werden. Die Bilanz allerdings ist solide mit einem Current Ratio von 2,4 und einem Verschuldungsgrad von 0,08.

Trotz seiner ohnehin schon guten Marktstellung konnte PayPal seinen Kundenstamm noch weiter ausbauen: auf 361 Mio. Menschen. Und diese sind alles andere als Karteileichen. Die Zahl der Transaktionen stieg um 30 Prozent, das Gesamtzahlungsvolumen um 37 Prozent auf 247 Mrd. USD. PayPals Innenumsatz kletterte parallel um 25 Prozent auf über 5 Mrd. USD.

Wer Erfolg an der Börse haben will, muss lernen, relevante von irrelevanten Informationen zu unterscheiden. Die allgegenwärtige Informationsflut macht nämlich auch vor den Finanzmedien nicht halt. Das Problem dabei ist, dass zahllose Zeitschriften und Blogs ständig eine Unzahl von Kaufempfehlungen und Hypes aus dem Boden stampfen. Sie können fast nicht anders und müssen andauernd etwas veröffentlichen, um relevant zu bleiben. Doch dabei kommen natürlich auch eine Menge nutzloser Ratschläge zustande. Wenn Sie langfristig erfolgreich sein möchten, sollten Sie besser selbst denken.

Während sich Aktionäre freuen können, bestehen in der Forschergemeinde noch Zweifel. Es fehlen beispielsweise noch genaue Daten zur Wirksamkeit in den verschiedenen Altersgruppen. Und es ist noch keineswegs klar, wie lange der Impfschutz anhalten wird. Unklar ist auch, ob eine Impfung für einige Jahre reicht oder jede Saison wie bei der Influenza geimpft werden muss.

Der Preisverfall bei den gewerblichen Immobilien hat aber auch Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Pandemie und Home Office haben, zumindest bereits in den USA, die Nachfrage aus den teuersten Städten herausgesogen. Da immer mehr Unternehmen teure Mieten in prestigeträchtigen Gegenden vermeiden, wollen auch viele Arbeitnehmer nicht mehr die Großstadtpreise für ihre Mietwohnungen zahlen, wenn sie die entsprechenden Annehmlichkeiten nicht nutzen können. Auch sie suchen nach erschwinglicheren Optionen außerhalb der großen Zentren. Beispiel: Im Mai fiel der Median der Mietpreisforderungen für eine Einzimmerwohnung in San Francisco gegenüber April um 2,6 Prozent auf 3.360 USD – ein Rückgang um 9,2 Prozent zum Vorjahresmonat. In Los Angeles, in San Diego und in New York City sind die Mieten ebenfalls deutlich gesunken.

Merck und Bayer haben bereits angekündigt, mit Cyclica zusammenarbeiten zu wollen. Die konkreten Forschungsthemen bleiben jedoch noch geheim. Der Biotech-Riese Celgene arbeitet aktuell mit dem britischen Software-Entwickler Exscientia zusammen, um neue Wirkstoffe für drei konkrete Proteine zu finden. Die Kollaboration zwischen Exscientia und dem britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline hat bereits zu einer angeblich „viel versprechenden Wirkstoff-Verbindung geführt, die chronische obstruktive Lungenerkrankungen behandeln soll“. Auch Pfizer und Novartis sind auf dem Feld aktiv, bauen hausinterne KI-Abteilungen auf, um ihre Medikamentenentwicklung zu verbessern.